Was der HSV von Jürgen Klopp lernen kann - Morgenpost, 10. Mai 2019

Von Matthias Herzog, (Kommentare: 0)

Morgenpost, 10. Mai 2019

Was der HSV von Jürgen Klopp lernen kann

Mit sieben Liga-Spielen in Folge ohne Sieg geht der HSV in das Saisonfinale der Zweiten Liga. Und nun fällt mit Orel Mangala auch noch einer der wichtigsten Spieler aus. Wie soll das am Sonntag beim nächsten Spiel in Paderborn funktionieren? Geht nicht? Doch! Der HSV muss nur mal nach Liverpool oder Tottenham gucken, meint Sportpsychologe Matthias Herzog.

Fußball ist ein verrücktes Spiel. Liverpool hat mit einer ersatzgeschwächten Mannschaft und dem 4:0 gegen Barcelona gerade für ein Wunder in der Champions League gesorgt, auch bei Tottenham hatte es einen Tag später magische Züge, als auswärts bei Ajax Amsterdam ein Drei-Tore-Rückstand aufgeholt wurde. Im Vergleich dazu ist der HSV noch in einer recht komfortablen Ausgangsposition. Ein einfacher Sieg am Sonntag reicht, um zurück in die Erfolgsspur und zumindest auf Platz drei zu kommen.

„Entscheidend sind der Glaube und der Wille“, sagt Herzog der MOPO. „Es muss nun genau geschaut werden: Welche Spieler sind bereit, wirklich alles zu geben? Wer nervös ist oder mit Angst in das Spiel geht, kann nur 60 Prozent seiner Leistung abrufen.“

Den Druck und auch die Ausfälle wichtiger Spieler sieht Herzog nicht als Problem, vielmehr wurde dadurch den Profis auf dem Platz in der Vergangenheit oft ein Alibi gegeben. „Man muss den Druck als Ansporn nehmen. Erfolg ohne Druck, das funktioniert in der Regel nicht. Beim HSV wird Druck viel zu oft negativ gesehen. Ähnlich ist es bei Ausfällen. Ich sehe das vielmehr als eine Chance für andere. Die Verantwortung wird im Team verteilt und für den Gegner ist die Mannschaft schwerer auszurechnen“, erklärt der Sportpsychologe.

Herzogs Tipp an den HSV: „Die letzten sieben Spiele sollten sie ganz schnell vergessen. Positive Bilder müssen jetzt her. Da ist Paderborn ein guter Gegner. An die zwei Siege gegen Paderborn können sie sich erinnern.“ Ein ganz wichtiges Puzzleteil ist für ihn zudem der Spaß an der Arbeit. Er sagt: „Es geht nicht um den Aufstieg, es geht darum, Spaß zu haben. Die Spieler machen das, was sie am liebsten tun. Wenn du auf dem Platz Spaß hast, wirst du das Spiel am Sonntag auch gewinnen. Genug Qualität steckt auf jeden Fall in der Mannschaft.“

Ob Hannes Wolf, der eher als Stratege bekannt ist, dieses Feuer in der Mannschaft entfachen kann, ist jedoch fraglich. Die Ansprache vor dem Paderborn-Spiel sollte im Zweifel vielleicht lieber ein Spieler wie Aaron Hunt übernehmen. Herzog: „Es geht nicht um Fußball, es geht um den Kopf.“

Quelle: Morgenpost, https://www.mopo.de/sport/hsv/sportpsychologe-erklaert-was-der-hsv-von-juergen-klopp-lernen-kann-32517078
© Foto Imago

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