Vorlegen oder nachlegen, was ist besser? - bild, 21. Januar 2019

Von Matthias Herzog, (Kommentare: 0)

Vorlegen oder nachlegen, was ist besser?

Herzog sieht die Bayern aufgrund der Druck-Erfahrung generell im Vorteil.

„Am Ende gewinnt immer der Jäger.“

Dortmunds Manager Michel Meier im Jahr 2002, als der BVB den Spitzenreiter Leverkusen jagte. Der hatte am 31. Spieltag fünf Punkte Vorsprung – und trotzdem wurde der BVB am Ende Meister...

Jetzt erlebt die Bundesliga endlich wieder eine große Meisterjagd. Diesmal ist Dortmund das gehetzte Team – und hält mit dem 1:0 von Leipzig seinen Sechs-Punkte-Vorsprung.

Bayern-Trainer Niko Kovac (47): „Wir sind der Verfolger, wollen Dortmund jagen.“

BILD beantwortet die wichtigsten Fakten-Fragen zur Meisterjagd.

Hat der FC Bayern schon einmal einen Zwei-Siege-Rückstand um den Titel aufgeholt?

Ja! 1985/86 lagen die Münchner am 30. Spieltag mit vier Punkten (damals galt noch die Zwei-Punkte-Regel für einen Sieg) hinter Werder Bremen. Doch im direkten Duell (0:0) verschoss Bremens Kutzop einen Elfer an den Pfosten, Bayern zog am letzten Spieltag vorbei. Diesmal treffen sich Bayern und BVB am 28. Spieltag.

Wer war bisher erfolgreichster Meisterjäger?

Felix Magath mit Wolfsburg. 2008/09 stand er am 18. Spieltag satte 11 Punkte hinter dem Spitzenreiter. Holte nach einer grandiosen Aufholjagd die Schale.

War Lucien Favre schon einmal der Gejagte?

Der heutige BVB-Trainer hatte 2009 mit Tabellenführer Hertha BSC am 20. Spieltag sieben Punkte vor dem Sechsten Wolfsburg – und wurde klar überholt.

Gewann Niko Kovac schon einmal eine Jagd auf den BVB?

Nein. Als Bayern-Spieler verlor er 2002 die Jagd auf Dortmund, das am Ende mit zwei Punkten Meister wurde.

Das sagt ein Psychologe: Vorlegen oder nachlegen – das ist besser

Am ersten Rückrunden-Spieltag legte Bayern vor. Jetzt aber sind die Halali-Münchner erst mal Hinterher-Jäger: An den nächsten drei Spieltagen treten sie zwei Mal erst nach dem BVB an, einmal zeitgleich.

Für Sportpsychologe Matthias Herzog (42) ein klarer BVB-Vorteil: „Solange Dortmund einen Vorsprung von sechs Punkten hat, können sie den Druck aushalten. Aber wenn es plötzlich nur noch ein Punkt ist, dann fangen sie wieder an nachzudenken. Sobald sie ins Hintertreffen geraten, kommt das Kopfkino wie in den letzten Jahren.“

Herzog sieht die Bayern aufgrund der Druck-Erfahrung aber generell im Vorteil: „Der Jäger hat immer weniger Druck, kann darauf hoffen, dass die anderen einen Fehler machen. Wenn die Bayern aber zu sehr und zu lange hinten dran sein sollten, dann geben sie irgendwann auf und konzentrieren sich auf Pokal oder Champions League.“

Quelle: Bild
Foto dpa/nordphoto
PHILIPP KESSLER

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