So kommt Union aus dem Psycho-Loch - bild.de, 20. Mai 2019

Von Matthias Herzog, (Kommentare: 0)

bild sport, 20. Mai 2019

So kommt Union aus dem Psycho-Loch

Was Trainer Fischer machen muss

Die Köpfe hingen tief, die Enttäuschung wiegt schwer. Union war so nah dran, am Ende fehlte nur ein Treffer! Anstatt den erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga zu feiern, müssen sich die Eisernen nun auf die beiden Relegationsspiele Donnerstag (20.30 Uhr) in Stuttgart und Montag (20. 30 Uhr) in der Alten Försterei vorbereiten. Schwere Tage, besonders für den Kopf, in dem Zweifel nagen können.

Trainer Urs Fischer (53) muss sein Team nach der Enttäuschung von Bochum (2:2) in die Erfolgsspur bringen. Wie kommt Union aus dem Psycho-Loch?

Motivationstrainer Matthias Herzog (42) aus Hannover: „Die Mannschaft hat die Aufgabe, die Enttäuschung schnellstmöglich aus den Köpfen zu streichen. Dass das Spiel schon am Donnerstag stattfindet, ist eher ein Vorteil. Es geht nun darum, wieder bei Null anzufangen.“

Fischer ist gefordert. Herzog: „Der Trainer muss sensibel an seine Spieler treten. Manche brauchen eine direkte Ansprache, andere nimmst du eher in den Arm, um ihnen die Angst zu nehmen.“

Der Schweizer gilt als Trainer, der stets besonnen handelt – auch in schwierigen Tagen. Herzog: „Die Ruhe eines Trainers kann ein Vorteil sein. Er signalisiert der Mannschaft: Behaltet die Ruhe. Es ist aber ein schmaler Grat. Denn manchmal wirkt Ruhe am Spielfeldrand wie ein Hinvegetieren. Richtig gute Trainer können im passenden Moment ihre Spieler pushen.“

Die Statistik spricht leider gegen Union. In der Regel setzt sich der Bundesliga-16. gegen den Zweitliga-3. durch. Zuletzt gelang Düsseldorf (2012 gegen Hertha) eine Ausnahme.

Herzog: „Ein Phänomen. In den letzten Jahren hat sich fast immer der Erstligist durchgesetzt. Eigentlich haben die Zweitligisten nichts zu verlieren. Denken wir. Aber nach einer meist guten Saison willst du diese eben mit dem Aufstieg krönen und setzt dich unter Druck.“ Was tun? Herzogs Idee: „Eine Methode wäre zum Beispiel, den einzelnen Spielern die besten Szenen der Saison zusammenzuschneiden, ihnen so ihre Stärken nochmals bewusst ins Gedächtnis zu rufen. Der Trainer braucht im Training Lockerheit bei seinen Spielern, die zum Beispiel eine Spaßeinheit bewirken kann. Dieser Spaß, diese Lockerheit überträgt sich dann im besten Fall auf dem Platz.“

Quelle: bild.de20.05.2019, Sebastian Karkos
Foto: AFP

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