FCB-Schläger: Keine Strafe! - tz, 13. April 2019

Von Matthias Herzog, (Kommentare: 0)

tz, 13. April 2019

„FCB-Schläger: Keine Strafe!“

Kuschelkurs nach dem Faustkampf!

Robert Lewandowski und Kingsley Coman müssen nach ihrer Schlägerei im Geheimtraining am Donnerstag (tz berichtete) nicht mit einer Geldstrafe rechnen. Das verriet Trainer Niko Kovac gestern: „Es tut ihnen sehr leid, dass es dazu kam. Aus diesem Grund gibt es nichts mehr hinzuzufügen und keine Geldstrafe, weil die Jungs einsichtig waren. Und Einsichtigkeit ist das Wichtigste. Damit ist das ad acta gelegt.“

Zuvor bestätigte Kovac die Prügelei offiziell: „Es gab es einen Trainingsvorfall, den ich kurz kommentieren möchte.

Es kam zu einer Handgreiflichkeit zwischen zwei Spielern, die namentlich erwähnt wurden. Wir haben das zu dritt nach dem Training besprochen. Die

beiden haben sich entschuldigt für ihr Verhalten.“ Der Grund für den Wutausbruch der Bayern-Offensivstars?

Kovac: „Training, Emotionen! Aber man kann es auch positiv sehen, wir leben.“

Das sieht auch Sportpsychologe Matthias Herzog so, wie er der tz erklärt: „Die Auswirkung kann tatsächlich sogar eher positiv sein. Denn: Das kann die Mannschaft noch mal aufwecken, nach dem Motto: Dieses Ego-Gehabe bei uns passt nicht. Wir können nur als Team erfolgreich sein und so die Meisterschaft

gewinnen. So kann diese Schlägerei tatsächlich ein positives Signal für die gesamte Mannschaft sein, dass man sich auch gegen einen vermeintlich kleineren Gegner wie jetzt Düsseldorf zusammenreißt.“

Dass Kovac ein Gespräch mit den Streithähnen unter sechs Augen gesucht hat und einen großen Aufschlag vermieden hat, findet Herzog gut: „Das finde ich sehr sinnig, um sich wieder zu vertragen und zu sagen: Hey, pass auf!

Gut, dass wir das ansprechen: Du hältst mich für einen Egoisten, ich halte dich für einen Egoisten. Lass uns beweisen, dass wir auch als Teamplayer agieren

können. So etwas überträgt sich dann auf die Mannschaft.“

Allerdings beweist die Trainingsschlägerei in den Augen des Sportpsychologen auch, dass es aktuell innerhalb der Mannschaft nicht zu hundert Prozent

stimmt: „Die Ego-Geschichte mit Lewy kennen wir ja schon länger. Er beschwert sich regelmäßig, dass er die Bälle nicht bekommt. Gleichzeitig ist er

als Stürmer ja selbst ein großer Egoist. Was das Ganze aber jetzt zeigt, ist die Unzufriedenheit untereinander. Dass es rumort, dass die Mannschaft im Augenblick nicht als Team agiert und auch nicht kommuniziert. Diese Emotionen stauen sich an, wurden bisher nicht ausgesprochen und jetzt explodieren die

Spieler.“

Bereits am Sonntag gegen Düsseldorf können Lewy und Coman beweisen, dass sie auch sportlich wieder explodieren können: Nach dem 3:3-Remis aus

Dem Hinspiel sind Kovac und seine Bayern gegen die Fortuna auf Wiedergutmachung

aus.

Quelle tz, BOK

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