Ein Feuerlauf kann wirken, aber... - bild sport, 20. Februar 2019

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bild sport, 20. Februar 2019

„Ein Feuerlauf kann wirken, aber...“

Wie findet der VfB nur den Weg aus der Krise?

BILD fragte Motivationstrainer Matthias Herzog (42/Foto) nach seinen Tipps für einen erfolgreichen Abstiegskampf.

BILD: Wie kriegt man eine mental niedergeschlagene Truppe wieder auf Kurs?

Matthias Herzog: „Die Mannschaft braucht Selbstvertrauen, am besten in Form von Erfolgserlebnissen.
Diese gilt es sich im Training zu schaffen durch gute Einheiten, in denen Lockerheit und Spielfreude wichtig sind. Dann gilt es, Erfolgserlebnisse aus der
Vergangenheit in den Blickpunkt zu rücken. Die Spieler müssen erkennen, dass sie es ‚eigentlich‘ können.

BILD: Würde es auch etwas bringen, die Spieler über heiße Kohlen laufen zu lassen, wie Christoph Daum es in Leverkusen einst veranlasste?

Herzog: „Erfolgserlebnisse lassen sich tatsächlich auch außerhalb des Fußballs sammeln – zum Beispiel durch den Besuch eines Hochseilgartens oder in Ausnahmefällen auch durch einen Feuerlauf. Bei beiden lassen sich Kräfte freisetzen, die sich auf dem Spielfeld anschließend zeigen könnten.
Die Zielsetzung dabei ist, dass sich die Erfolgserlebnisse auf den Platz übertragen lassen. Gerade der Feuerlauf bedarf jedoch einer sehr guten Vorbereitung, damit die gewünschte Wirkung erzielt werden kann.“

BILD: Gibt es einen Zeitpunkt, ab dem es zu spät ist? Der VfB hat nur noch zwölf Spiele, die Angst wird immer größer...

Herzog: „In einem Zustand von Angst können die Spieler höchstens 60 Prozent ihres Potenzials abrufen. Mit jeder Niederlage steigen oft auch Verkrampfung und Sorge vor dem Abstieg. Da Nürnberg, Hannover und Augsburg ähnlich schwach spielen, ist die aktuelle Situation für den VfB punktetechnisch noch relativ entspannt.
Sich nur auf den Gegner zu verlassen, wäre aber fatal.“

BILD: Wie sollten Familie und Angehörige mit den Spielern umgehen?

Herzog: „Ihnen positiv zusprechen, sie bestärken. Insgesamt macht es Sinn, das Thema innerhalb der Familie weniger zu diskutieren. Da Angehörige meist mitfühlen und mitjammern, verschlechtert das oft eher das Befinden des Spielers.“

Quelle: bild sport, 20.02.2019
Von F. SCHNEIDER und P. KESSLER

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