Ein Beruf mit vielen Facetten - Südkurier, 03. Oktober 2019

Von Matthias Herzog, (Kommentare: 0)

Südkurier, 03. Oktober 2019

Ein Beruf mit vielen Facetten

Rund 200 Schüler informieren sich bei Aktionstag in der Stadthalle zum Thema Pflege

 „Spitze sein, wenn‘s drauf ankommt“, diesen Titel trug der Impulsvortrag von Extremsportler Matthias Herzog, den er anlässlich des Aktionstags rund um das Thema Pflege in der Stadthalle hielt. Das Netzwerk Altenhilfe Bodenseekreis hatte zu dieser Veranstaltung eingeladen und gekommen waren fast 200 Jugendliche mit ihren Lehrern. Die meisten von ihnen kamen von sozialwissenschaftlichen Gymnasien in der Region von Lindau bis Überlingen.

Auflösen bestehender Denkmuster

Bei dem interaktiven Vortrag ging es um das positive Auflösen von bestehenden Denk- und Verhaltensmustern. Dabei sollte den Zuhörern bewusst gemacht werden, dass in jedem Menschen solche Muster verankert sind, die möglicherweise für vertane Chancen oder gescheiterte Vorhaben verantwortlich sein können, wie Matthias Herzog erklärte. Es liege nur an einem selbst, diese Denkweisen zu ändern.

Dieses Ziel hatte sich auch das Netzwerk Altenhilfe gesetzt. An verschiedenen Mitmachstationen sollten die Schüler im Rahmen des Aktionstags die zahlreichen Facetten des Pflegeberufs kennenlernen. Damit sollte erreicht werden, dass die Jugendlichen ein positiveres Bild von der Pflege in ihren Köpfen verankern.

Schüler begrüßen das Angebot

Bei den Schülern kam das Angebot gut an. Die 16-jährige Raian zum Beispiel sagte, sie sei froh, dass sie gezeigt bekommen habe, wie Reanimation funktioniert: „Im vergangenen Jahr habe ich meinen kleinen Bruder vor dem Ertrinken im See gerettet. Aber reanimieren musste ein Passant, weil ich nicht wusste, wie es geht“, erzählte die Jugendliche aus Syrien.

Für die 16-jährige Nadine aus Kressbronn ist klar, dass sie in Zukunft einfach lauter sprechen wird, wenn sie mit Senioren kommuniziert: „Der Alterssimulator war wirklich hilfreich, um mal selbst zu erleben, wie es aufgrund der Alterseinschränkungen ist, nicht mehr alles genau zu erkennen oder zu verstehen“, erzählte die Schülerin sichtlich beeindruckt von dem Experiment.

Organisatoren zufrieden mit Ablauf der Veranstaltung

„Das genau wollen wir auch erreichen bei den Schülern“, erklärte Mentorin Luba Krieger. „Dass ihnen bewusst wird, dass ein alter Mensch vielleicht nur schlecht hört oder sieht und nicht gleich als dement abgestempelt wird“, fügte die Altenpflegerin vom Haus St. Konrad hinzu.

Als eine „überaus gelungene Veranstaltung“ im Rahmen des Projekts Fachkräftegewinnung des Netzwerks Altenhilfe bezeichnete Wiltrud Bolien vom Landratsamt diesen Aktionstag, der viele Monate lang von zahlreichen Trägern und Einrichtungen vorbereitet worden sei.

Den zwei 16-jährigen Schülerinnen Janika und Leonie aus der elften Klasse des sozialwissenschaftlichen Gymnasiums an der Bodensee-Schule St. Martin in Friedrichshafen half der Aktionstag bei der weiteren Orientierung. Janika möchte in jedem Fall in die Pflege, während Leonie Sport und Ernährung studieren möchte, erzählten die beiden.

Die Veranstalter und der Gastredner

Das Netzwerk Altenhilfe Bodenseekreis ist seit 2004 ein Zusammenschluss aus allen Bereichen der Altenhilfe wie Leistungserbringern, Leistungsträgern, betroffenen Menschen, Angehörigen und engagierten Bürger. Es hat sich zur Aufgabe gemacht, die Bedürfnisse und Lebenslagen der älteren Menschen in der Region zu ermitteln und zu beschreiben. Durch Fragestellungen und Analysen wird die soziale Infrastruktur untersucht und in verschiedenen Projekten weiterentwickelt und umgesetzt.

Das Motto „Lächle mehr als andere“ ist Programm im Leben des 43-jährigen Matthias Herzog. Der gebürtige Flensburger hat Ingenieurswissenschaften studiert und anschließend noch ein Studium der Sportwissenschaften mit den Schwerpunkten Psychologie und Ernährungswissenschaften erfolgreich abgeschlossen. Als Extremsportler absolvierte der dreifache Familienvater unter anderem eine Deutschlandumrundung mit dem Rad, den Ironman, den Ötztaler Radmarathon und den Extremsport-Zehnkampf im Yukon, Polarkreis. Mit seinen Erfahrungen gilt er als Experte für nachhaltige Motivation und Leistungssteigerung, tritt als Coach in Unternehmen oder bei Mannschaften auf, ist Mentaltrainer und gehört zu den Top-100-Excellent-Speakern in Deutschland.


Quelle: Südkurier, Kerstin Oettle

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