Ettenheimer Stadtanzeiger, 11. Mai 2017

Von Matthias Herzog, (Kommentare: 0)

Ettenheimer Stadtanzeiger, 11. Mai 2017

Beobachten Sie die Menschen

Matthias Herzog referierte unterhaltsam und inspirierend bei „Neue Perspektiven.“

Rust/Europa-Park. Erneut konnte Marianne Mack im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Vortragsreihe „Neue Perspektiven“ einen namhaften Referenten gewinnen. Matthias Herzog, Business Coach und Bestsellerautor, sprach im vollbesetzten Saal „La Scala“ de s Hotels Colosseo zum Thema „Typisch! Menschenkenntnis auf einen Blick“ und zeigte in einem mitreißenden Vortrag, wie sich Menschen verschiedenen Persönlichkeitstypen zuordnen und ihre Verhaltensweisen erklären lassen.

Kennen Sie das auch? Bei einigen Menschen hat man nach wenigen Augenblicken das Gefühl, Sie zu verstehen und ewig zu kennen, bei anderen empfindet man selbst nach Jahren Verhaltensweisen als fremd und nicht nachvollziehbar. Für den mit Schwerpunkt Psychologie studierten Sportwissenschaftler Matthias Herzog der Beleg, dass nicht die Dauer zwischenmenschlicher Beziehungen für gegenseitiges Verständnis und ein harmonisches Miteinander entscheidend ist, sondern der richtige Umgang mit den eigentümlichen Verhaltensweisen der verschiedenen Persönlichkeitstypen. Die Maxime “Behandle den anderen so, wie Du selbst behandelt werden willst“, könne daher nur für Menschen gelten, die ähnlich gestrickt sind. Wünschenswerter sei es, den anderen so zu behandeln, wie er behandelt werden will. Doch wie kann man schon nach kürzester Zeit wissen, was ein Gegenüber tatsächlich möchte?  „Beobachten Sie die Menschen“, so die Empfehlung des Persönlichkeitstrainers Herzog. Durch das bewusste Wahrnehmen des Auftretens und von Verhaltensweisen in der Kommunikation, von Körperhaltung über Mimik und Gestik bis zu Intonation und Sprechgeschwindigkeit, könne man Menschen schnell kategorisieren und besser einschätzen. „Wenn Sie andere Menschen besser kennenlernen wollen, geht das auch, wenn Sie sich selbst besser kennenlernen.“ In diesem Sinne richtet sich Herzog während des Abends fortlaufend mit Fragen direkt an seine Zuhörer, offenbart diesen die ein oder andere stereotype Eigenschaft und Verhaltensweise und sorgt so immer wieder für überraschende Einsichten und spontane Lacher.

Vier eindrückliche Persönlichkeitstypen

Schon der Mediziner Hippokrates hat sich mit Menschentypen beschäftigt und diese in Choleriker, Phlegmatiker, Melancholiker und Sanguiniker eingeteilt. Auch Herzog ordnet unterschiedliche menschliche Eigenschaften vier Grundtypen zu, die er in einem Achsenkreuz mit den Dimensionen extrovertiert/introvertiert und rational/emotional verortet.

Mit einem Feuerwerk an schauspielerischen Einlagen, Anekdoten aus seinem Privatleben als Ehemann, Familienvater und Extremsportler sowie Erfahrungsberichten aus seiner Tätigkeit als Coach im Businessbereich schlägt er das Publikum mühelos in seinen Bann. So veranschaulicht er in vier Begrüßungsszenarien humorvoll überspitzt und mit vollem Körpereinsatz die augenscheinlichen Verhaltensweisen der Persönlichkeitstypen Rot, Gelb, Blau und Grün. Anhand kurzer Filmeinspielungen und prominenter Vertreter jedes Menschentyps erläutert er ihre besonderen Eigenschaften, ihre Stärken und Schwächen, ihre Grundeinstellungen und Motivationen.

Dieter Bohlen und Oliver Kahn: Schneller, höher, weiter

Da ist beispielsweise der extrovertierte, risiko- und konfrontationsfreudige Rote, der selbstbewusst und mit festem Blick auftritt und stets nach dem Motto „Schneller, höher, weiter“ agiert. Dabei ist er zielstrebig und fordernd und wirkt auf andere oft aggressiv und intolerant. Herzog rät: „Will man einen Roten motivieren, spornt man ihn mit einem „Ich wette, das schaffst Du nicht“ zu Höchstleistungen an“, denn die Frage, ob etwas geht, stelle sich für ihn grundsätzlich nicht. Sein Ziel sei es herauszufinden, wie etwas geht. Der Rote hält den introvertierten emotionalen Grünen für ein „Weichei“, den kontaktfreudigen Gelben für ein „Teletubby auf Ecstasy“ und bezeichnet den zum Perfektionismus neigenden Blauen gerne mal als „Schnürsenkelbügler“. „Echte Rote akzeptieren keine Götter neben sich, sind beratungsresistent, machen Fehler ohne Ende und können diese nicht eingestehen“, so Herzog augenzwinkernd über seinen eigenen vorherrschenden Persönlichkeitsanteil und rote Herren wie Dieter Bohlen, Oliver Kahn und die Staatsmänner Trump, Putin und Erdogan. Sein Tipp an alle Menschen mit Rot-Dominanz „Fehler einzugestehen ist eine der größten Stärken überhaupt.“.

Mehr interessanten und weniger schwierigen Menschen begegnen

Matthias Herzog ist ein informativer und unterhaltsamer Vortrag gelungen, der bei so manchem Zuhörer einen bleibenden Eindruck hinterlassen dürfte. Sensibilisiert für die besonderen Merkmale der vier Persönlichkeitstypen, im Wissen um die Beweggründe für bestimmte Verhaltensweisen und mit Hilfe einiger der zahlreichen praktischen Tipps für ein verständnisvolles Miteinander könnten sie zukünftig die Erfahrung machen, weniger schwierige sondern vermehrt interessante Menschen kennenzulernen.

Alle, die sich nach diesem Abend weiter mit dem Thema beschäftigen wollen, beschenkte Herzog außerdem mit einem Internetzugang zu Auszügen seines in Kürze erscheinenden Buches „Typisch- Menschenkenntnis auf einen Blick“.

Höchste Auszeichnung für Marianne Mack

Der Erlös des Abends kommt dem Förderverein Santa Isabel e.V. zu Gute, der seit vielen Jahren mit Spenden und Einnahmen aus der ehrenamtlichen Vortragsreihe „Perspektiven“ in Not geratene Kinder und Familien unterstützt.

Eine echte Herzensangelegenheit ist für Marianne Mack die Hilfe für die Katharinenhöhe, eine Spezialklinik für die Rehabilitation schwer erkrankter Kinder und junger Menschen. Hier können sie unter ärztlicher Begleitung und gemeinsam mit Geschwistern und Eltern nach der Diagnose der lebensbedrohlichen Erkrankung und der belastenden Therapie wieder Kraft schöpfen. Mit Spielgeräten und einem bunten Zirkuswagen, der als Aufenthaltsraum dient, konnte Freude an diesen „Ort der Hoffnung und Zuversicht“ gebracht werden. Als nächstes Projekt steht der Bau einer Bowlingbahn an, bei deren Einweihung Marianne Mack für jeden gefallenen Kegel ihres ersten Spiels zusätzlich 1000€ spenden will.

Unlängst wurde sie für ihr Engagement mit der Silbernen Ehrenmedaille, der höchsten Auszeichnung der Arbeiterwohlfahrt, ausgezeichnet und durfte diese auf der Katharinenhöhe zusammen mit herzlichen Dankesworten betroffener Familien entgegennehmen.

Autor: Veronika Weber

Quelle: Ettenheimer Stadtanzeiger

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