Münchener Merkur, 19/20. Juni 2021 - Aus Prinzip stur? Warum Bundestrainer Löw an seiner Taktik festhält

Von Matthias Herzog, (Kommentare: 0)

Münchener Merkur, 19/20. Juni 2021

Aus Prinzip stur? Warum Bundestrainer Löw an seiner Taktik festhält

München – Deutschlands Fuß- ball-Experten fordern nach dem verpatzten EM-Auftakt gegen Frankreich eine System-Umstellung bei der Nationalmannschaft. Der Wunsch: Joachim Löw (61) soll von seiner Dreierkette mit zwei Außenverteidigern abrücken und stattdessen auf vier Abwehrspieler setzen. Auch die Spieler haben diese Variante untereinander diskutiert. Doch der Bundestrainer denkt offenbar nicht daran.
Die große Frage: Hält Löw an seiner umstrittenen Taktik auch am Samstag (18 Uhr) in München gegen Portugal fest? Klang danach auf der
Pressekonferenz am Freitagabend.

„Das System spielt keine Rolle, das ist so etwas von fle-xibel. Daran muss man sich nicht festbeißen“, betont Löw. „Ich möchte kein starres System, ich möchte Flexibilität.“ Was der Coach zudem will: „Mehr Offensivkraft! Nach vorne müssen wir dynamischer, risikofreudiger, intensiver und präziser auftreten, auch was Raumaufteilung betrifft. Defensiv wird es nicht so viele taktische Änderungen geben.“
Der Trainer steht also weiterhin zu seiner Dreierkette. Sportpsychologe Matthias Herzog (44) verwundern diese Aussagen nicht. „Jogi hat in seiner Persönlichkeitsstruktur einen hohen Rotanteil. Diese Personen sind Machtmenschen, treffen schnell Entscheidungen, gelten oft aber auch als beratungsresistent“, so die Einschätzung des Experten im Gespräch mit unserer Zeitung.

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Quelle: Münchener Merkur, 19./20. Juni 2021
Autoren: Philipp Kesser, Manuel Bonke
Foto: dpa/Christian Charisius

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