Glück und Erfolg kann man lernen - KN, 07. September 2019

Von Matthias Herzog, (Kommentare: 0)

KN, 07. September 2019

Glück und Erfolg kann man lernen

Zukunfts-Athleten in der Halle 400 – Fünf Top-Referenten versorgten das Publikum mit Tipps und Tricks

KIEL. Wer am Donnerstag fröhliche und motivierte Gesichter suchte, war in der Halle 400 genau richtig. Nachdem am Nachmittag bereits Schüler, Azubis und Studenten die besten Tipps von den Profis bekommen hatten, ließen sich am Abend rund 500 Besucher bei der Veranstaltungsreihe Zukunfts-Athleten von der Begeisterung der fünf außergewöhnlichen Referenten anstecken. Aus ganz Deutschland und Schweden waren die Experten angereist und verrieten in drei kompakt gefüllten Stunden ihre Gewinner- und Glücksstrategien. Gratis dazu gab es gegenseitige Nacken- massagen und energiebrin- gendes Ohrenknautschen.

Für tosenden Applaus sorgte der Ex-Geheimagent und Kriminalist Leo Martin aus München gleich zu Beginn der Veranstaltung. Unter dem Motto „Ich kriege dich!“ entlarvte er Lügner auf der Bühne, testete Ehepaare und biss sich bei einem Besucher auf der Suche nach der Wahrheit dann doch fast die Zähne aus. Denn der präsentierte sich als eiskalt und nervenstark. Aber am Ende erriet Leo Martin dann doch, wer von den vier Gästen die schwarze Kugel in der Hand hielt. Sein Trick: „Fragen Sie Ihr Gegenüber, was Sie wissen wollen. Fühlt er sich unwohl, lügt er.“ Von den innovati ven Skandinaviern schwärmte kurz da rauf die Glücksex pertin Maike van den Boom, die vor einem Jahr nach Stockholm gezogen ist. „In diesem Land geht es den Menschen nicht um richtig oder falsch, sondern um die beste Lösung“, sagte sie. Jeder von uns könne etwas Besonde- res sein. „Mache einfach“, forderte sie die Teilnehmer auf. „Entschuldigen kannst du dich immer noch später.“ Im Beruf sei heutzutage Veränderung das eigentlich Konstante. „Stell’ deshalb alles infrage.“

Jeden Beschluss, jede Anordnung, auch jede Autorität. „Wir können heutzutage alles nur noch zusammen machen“, sagte sie. Das sei das neue Ma- nagement. In Skandinavien gebe es keine Fehlerkultur. Dort seien Fehler zum Lernen existenziell. „Ich wünschte mir, wir würden das auch in Deutschland ein bisschen mehr be herzigen.“ Mit rotem Tret- roller eroberte Matthias Herzog anschließend die Bühne. Der Extremsportler und Karrierecoach hat die Zukunfts-Athleten ins Leben gerufen. An diesem Abend lud er das Publikum ein, einfach wieder ein bisschen kindlicher zu werden. „Der durchschnittliche Deut- sche bewegt sich 400 bis 700 Meter am Tag“, sagte er und ermunterte dazu, mal selbst einen Roller auszuprobieren. Das mache Spaß und beanspruche zudem fast alle Muskelgruppen. „Achtet auf euch denn die Zeit ist immer endlich.“ „Von Leo Martin kaufe ich mir auf jeden Fall das Buch“, sagte Michaela Petersen (46) in der Pause. Die Bankkauffrau arbeitet in Hamburg und wohnt an der dänischen Grenze. Für die Zukunfts-Athleten kam sie gerne nach Kiel. „Wie der Mann die Körpersprache lesen kann, ist schon erstaunlich.“ Der technische Betriebswirt Stephan Klopsch (55) ist vor allem wegen Martin Limbeck hier. „Den Verkaufs- coach hab’ ich schon mal in Köln erlebt. Er ist total stark.“ Davon konnten sich nach der Pause alle überzeugen. „Nicht gekauft hat er schon“, lautet sein Thema. Der 52-jährige Verkaufs-, Management- und Persönlichkeitscoach Martin Limbeck lebt in Wesel am Niederrhein und hat am Tag zuvor noch in Glücksburg die Menschen mit seinem Vortrag begeistert. An diesem Abend verriet er, wie man bes- ser mit Ablehnung klarkommt und erfolgreicher im Verkauf wird. „Nehmt eine Absage nicht persönlich“, sagte er. „Ein Nein bedeutet nur, dass du noch einen Impuls geben musst. Und: Achte auf deine Sprachhygiene.“ Wer sich selbst sage, das schaffe ich nicht oder das wird sowieso nichts, habe schon verloren. Von Kiel und dem Norden ganz begeistert ist der letzte Referent. „Hier ist es großartig“, schwärmte der Münchner Kommunikationswissenschaftler Marc Gassert am Rande der Veranstaltung. „Diese norddeutsche Freund lichkeit hier ist sehr wohltuend und erfrischend.“ Dem Publikum gab er wenig später Tipps zum Thema Disziplin mit auf den Weg. „Es gibt drei Dinge, die mir helfen, meine Ziele zu erreichen“, sagte der 42-Jährige, der sechs Sprachen spricht. „Ein Umfeld, das mich fordert. Werte, die mir Sinn geben, und eine Willenskraft, die ich trainieren kann, wie einen Muskel.“ Wer sich noch weitere Motivation wünscht: Am Freitag, 22. November, findet die Ab schlussveranstaltung der Zukunfts-Athleten statt. Tagsüber können Schüler, Azubis und Studenten kostenlos bei Workshops, Vorträgen sowie einer Jobmesse mitmachen. Am Abend bieten dann Top-Referenten ein Feuerwerk an Impulsen an.

Quelle: Kieler Nachrichten, VON KRISTIANE BACKHEUER

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