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Magazin
Metapher
Geschrieben am Dienstag, 05. Oktober 2010
Sie sitzen im Quark!
Alle Menschen sitzen immer wieder im Quark - auch Sie. Sie sagen, dass Sie glücklich, gesund, (beruflich) erfolgreich, finanziell abgesichert sein und tolle Beziehungen führen wollen. Und „eigentlich“ wissen Sie auch, was gut für Sie ist, um genau das zu erreichen.
Stattdessen machen Sie jedoch häufig das Gegenteil von dem und wundern sich anschließend darüber, was herauskommt. Sie sabotieren regelmäßig Ihren eigenen Erfolg - in allen Lebensbereichen.
Im Quark fühlen Sie sich zunächst wohl - leider. Er ist Ihre Bequemlichkeits- bzw. Komfortzone. Dort befindet sich alles Bekannte und Angenehme, es ist wohlig warm. Doch irgendwann wird der Quark sauer. Wirkliches Glück, Erfolg und eine hohe Lebensqualität finden Sie nur außerhalb des Quarks. Kommen Sie aus dem Quark! Wenn nicht jetzt, wann dann?
Geschrieben am Montag, 23. August 2010
Steht Ihr Traumhaus auf einem stabilen Fundament?
Die fünf Säulen für mehr Lebensqualität und Erfolg lauten Lernen, Ernährung, Bewegung, Entspannung und Motivation. Diese können jedoch nur ihre volle Wirkung entfalten, wenn Sie sie auf ein stabiles Fundament stellen.
Stellen Sie sich einmal vor, Sie hätten die Chance, Ihr Traumhaus zu bauen.
Sie investieren sehr viel Zeit, Energie und Geld, damit es am Ende genauso aussieht, wie Sie es sich in Ihren Träumen vorgestellt haben. Sie sind stolz wie Oskar und überglücklich - alles scheint perfekt. Doch Ihnen ist ein ausschlaggebender Fehler unterlaufen: Sie haben Ihr Haus auf weichem Strandsand am Meer gebaut.
Es kommt der erste Sturm. Was geschieht? Das Wasser beginnt, Ihrem Haus das Fundament wegzuspülen. Dem ersten Gewitter hält es noch Stand, auch dem zweiten. Mit jedem Gewitter bricht Ihr Fundament jedoch Stück für Stück weg. Ihr Haus bekommt tiefe Risse, bis es letztlich wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt.
Sie können jeder der fünf Säulen viel Zeit und Energie widmen. Ihre Leistungsfähigkeit, Leistungsbereitschaft, Lebensqualität und damit Ihr Lebenserfolg steigen nur, wenn Sie ein stabiles Fundament in Form einer positiven Lebenseinstellung und funktionierender Beziehungen besitzen. Starten Sie noch heute, Ihr Traumhaus auf ein stabiles Fundament zu setzen.
Geschrieben am Mittwoch, 02. Juni 2010
Achterbahn oder Kinderkarussell?
Sicher waren Sie schon mindestens einmal auf einer Kirmes - in Norddeutschland sagen wir Jahrmarkt dazu. Hier können Sie u.a. Kinderkarussell fahren. Richtig große Märkte haben sogar eine Achterbahn. Wussten Sie, dass Ihr Leben wie eine Achterbahn- oder Karussellfahrt ist?
Viele Menschen fahren ihr ganzes Leben Kinderkarussell: Sie bewegen sich im Kreis und wissen, was Sie erwartet - Runde für Runde dasselbe. Angst zu haben brauchen Sie keine, die Fahrt ist sicher - ohne jedes Risiko. Ruhig drehen Sie Ihre Runden - die Geschwindigkeit bleibt gleich. Die Musik spielt gleichmäßig im Hintergrund. Gleichgültig, auf welchen Jahrmarkt Sie gehen, beim Kinderkarussell erwartet Sie immer dasselbe - ein Gefühl von Sicherheit.
Einigen Menschen wird das Karussell schnell langweilig. Sie wollen mehr. Ihr Leben ist wie eine Achterbahnfahrt. Ich liebe es, Achterbahn zu fahren. Als ich in den USA studierte, machte ich anschließend mit meiner Lebensgefährtin Urlaub in Florida. Dort haben wir die Vergnügungsparks unsicher gemacht. Wir haben jede Achterbahn getestet - Duelling Dragons, Hulk,..: eine besser als die andere. Einige sind wir bis zu acht Mal hintereinander gefahren, bis es von uns das passende Foto bei der finalen Abfahrt am Ausgang zu bestaunen gab.
Eine Achterbahn startet häufig mit einer Aufwärtsstrecke. Langsam geht es bergauf, wie in Ihrer Karriere. Die kühnsten Erwartungen werden geweckt und Sie genießen einen herrlichen Ausblick. Es folgt die Abwärtsstrecke - gefühlt ein freier Fall, geht es mit halsbrecherischer Geschwindigkeit bergab, so dass Sie vor Schreck fast erstarren. Auf- und Abwärtspassagen wechseln sich ab - mal steiler, mal flacher, mal länger, mal kürzer. Zwischendurch nehmen Sie enge Kurven, die Sie in die Sitze pressen und leichte Schmerzen verursachen.
Achterbahnen haben ab und zu dunkle, Angst einflößende Tunnel. Hier schreien Sie, fürchten sich und weinen teilweise. Langeweile gibt's jedoch keine. Immer wieder erwarten Sie neue Überraschungen und Erlebnisse. Achterbahnen sind mit Risiko verbunden, sie fühlen sich gefährlich und unsicher an. Manchmal brauchen Sie sogar die Spuktüte. Am Ende bricht jedoch frenetischer Jubel und wildes Gelächter aus. Vor Freude, Erleichterung und vieler weiterer Emotionen umarmen Sie die Person, die gerade neben Ihnen saß. Sie können es kaum erwarten, nochmals einzusteigen und eine weitere Achterbahnfahrt der Gefühle mitzumachen. Es hat tierisch Spaß gemacht. Sie bezahlen gerne mehr als für eine Karussellfahrt, denn Sie erhalten viel mehr. Ein unvergessliches Erlebnis, von dem Sie anderen erzählen, die nicht dabei waren.
Entweder zahlen Sie den Eintrittspreis und fahren mit der Achterbahn oder Sie bleiben Ihr ganzes Leben lang ein Beobachter und schauen den anderen zu, wie sie wilden Spaß haben. Oder Sie warten in der Schlange, um doch zu kneifen und andere vorzulassen, wenn Sie an der Reihe sind. Verzichten Sie ganz auf die Achterbahn, gehen Sie zum Karussell zurück und drehen dort Ihre Runden. Sie haben die Wahl!
Ich bin als kleiner Junge Karussell gefahren und ich bin Achterbahn gefahren. Ich habe mich entschieden: Ich fahre nur noch Achterbahn. Klar ist das Risiko größer, doch weiß ich zumindest, dass ich lebe. Meine Frage an Sie lautet:
- Fahren Sie in Zukunft Achterbahn oder Kinderkarussell?
Berliner Touris und der Hannover Fan – Abstiegskandidaten unter sich
Als ich vor kurzem in Hannover Joggen war, erlebte ich folgende Situation: Eine Gruppe von Touristen aus Berlin ging im Park spazieren. Eine junge Frau sprach einen älteren Herren an, der auf einer Bank mit seinem Hannover 96 Trikot saß: "Entschuldigen Sie, wie sind denn die Menschen hier in Hannover so drauf?" Der Mann antwortete lächelnd: "Wie sind denn die Menschen bei Ihnen so drauf, wo Sie herkommen?" "Fragen Sie nicht. Viele sind unfreundlich, biestig und total egoistisch", antwortete die Frau. "Genauso ticken viele Menschen in dieser Stadt auch", gab ihr der Mann mit auf den Weg. Die Frau ging weiter und wäre dem Gesichtsausdruck nach am liebsten sofort wieder abgereist. Nur einen Moment später sprach ein Berliner Ehepaar den Herren auf der Bank an. Sie hatten das Gespräch davor nicht mitbekommen. Auch sie fragten den Mann, was sie für Menschen in Hannover antreffen würden. Der Mann fragte auch sie: "Was für Menschen leben denn bei Ihnen in der Stadt?" Das Ehepaar antwortete: "Bei uns gibt es fast nur freundliche, hilfsbereite und gut gelaunte Menschen." "Genau solche Menschen leben auch hier in Hannover.", gab der Mann dem Ehepaar mit auf den Weg.
Genauso wie in dieser Geschichte geht es auch Ihnen mit Ihren Mitmenschen. Es hängt weniger von den Mitmenschen, als vielmehr von Ihrer EINSTELLUNG ab, wie Sie diese erleben, wie Sie sich mit ihnen verstehen und vor allem, wie Sie diese Menschen behandeln.
Das Leben ist wie ein Kühlschrank!
Ihr Leben ist wie ein KÜHLSCHRANK - nur das, was hineinkommt, können Sie auch wieder herausnehmen! Wie sieht Ihr persönlicher Kühlschrank aus?
- Ist mein Kühlschrank defekt oder voll funktionstüchtig?
- Ist er voll oder leer?
- Ist er zugemüllt oder aufgeräumt?
- Sind die Lebensmittel Energiespender oder Energieräuber?
- Sind die Lebensmittel abgelaufen oder frisch?
- Greife ich nur hinein, um etwas heraus zu nehmen oder fülle ich ihn auch regelmäßig wieder auf?
- Greifen andere Menschen nur hinein, um etwas heraus zu nehmen oder füllen auch die ihn wieder mit auf?
Stellen Sie sich jetzt folgende Fragen:
- Bin ich zufrieden mit dem aktuellen Zustand meines Kühlschranks?
- Wie stelle ich mir meinen Wunsch-Kühlschrank vor?
- Was ist mein nächster Schritt, um meinen Kühlschrank nach meinen Vorstellungen zu gestalten?
Viel Spaß und Erfolg bei der zukünftigen Gestaltung Ihres Kühlschranks! 
Steigern Sie Ihre Sprunghöhe
Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Spring Smiley,
Sie sind leuchtend gelb und sprühen nur so vor Lebensfreude.
Sie sind ein Spring Smiley und springen Ihrem Erfolg entgegen.
Sie sind ein Spring Smiley und springen jeden Tag ein Stückchen höher.
Sie sind ein Spring Smiley und springen Ihren Kollegen davon.
Ihnen fehlt diese Vorstellungskraft???
Lesen Sie zukünftig regelmäßig meinen Newsletter. Hier erhalten Sie interessante Denkanstöße und einfach umsetzbare Tipps zum Steigern Ihrer Sprunghöhe und für Ihren Weg zu
Anleitung zum Testen der Sprunghöhe des Spring-(Plopp-)Smileys
Bestellen Sie den Smiley einfach übers Kontaktformular
Sie erhalten ihn für 1,50 Euro pro Stück. Die Versandkosten liegen bei 2,50 Euro, auch bei einer Großbestellung. Sie bezahlen erst per Rechnung, nachdem Sie die Lieferung erhalten haben.
1. Nehmen Sie den Spring-Smiley so in die Hand, dass er Sie anlächelt.
2. Drücken Sie die Außenseite (Gesichtsseite) des Smileys nach innen.
3. Drücken Sie den Smiley zwischen den Fingern zusammen, um ihn auf Spannung zu bringen.
4. Legen Sie den Smiley mit der Wölbung nach oben - z.B. auf den Tisch.
Der Smiley springt zeitverzögert mit einem „Plopp“ nach oben.
Achtung: Verlassen Sie seine Schusslinie!
Finden Sie gerne weitere Möglichkeiten, wie Sie die Sprunghöhe des Spring-(Plopp-)Smileys steigern – verlassen Sie dabei gewohnte Denkbahnen. Er dankt es Ihnen mit einem Lächeln! Viel Spaß dabei!
Tipps
10 Tipps, mit denen du erfolgreich aus dem (Frühlings-)Quark kommst
Sie wollen mehr vom Leben – mehr Lebensqualität, mehr Erfolg. Doch dafür tun Sie oft zu wenig: zu wenig Lernen, zu wenig Trinken, zu wenig ausgewogene Ernährung, Bewegung, Entspannung und Motivation. Sie „sitzen im (Frühlings-)Quark“. Wenn Sie diesen Frühling noch nicht so recht aus den Puschen kommen, machen Sie den kleinen "Fit for Frühling"-Test von Matthias mit.
Gewinnen Sie 5 Freikarten für die 13 Städte-Roadshow mit Matthias. Schicken Sie uns bis zum 31. Mai um 13:31 Uhr Ihren "Fit for Frühling"-Tipp per E-Mail. Viel Erfolg!
1.) Deine Wahrnehmung ist bevorzugt negativ. Du siehst häufig nur das, was du bist/tust/hast/kannst. Was gedenkst du zu tun?
a.) Ich ergebe mich meinem Schicksal und lasse morgens die Vorhänge zu. Bloß kein Sonnenlicht!
b.) Ich lenke mich mit Unterhaltungsmedien ab!
c.) Das betrifft mich nicht. Außerdem, interessiert sich ja ohnehin niemand dafür…
d.) Ich freue mich darüber, was ich bin/habe/kann. Mit einer positiven Lebenseinstellung erziele ich weitaus bessere Ergebnisse!
2.) Angst ist die größte Blockade und der Hauptgrund, warum du ständig im (Frühlings-)Quark steckst. Du hast Angst, einer Aufgabe nicht gewachsen zu sein, Angst vor Ablehnung, Angst zu verlieren, manchmal sogar Angst vor dem Erfolg. Wie befreist du dich davon?
a.) Ich umgehe all das, was mir Angst bereitet und versuche, nicht weiter darüber nachzudenken!
b.) Ich wandle meine Angst in Mut – tue genau das, wovor ich Angst habe und verliere sie damit!
c.) Angst ist ein Fremdwort für mich! Angst ist was für Weicheier!
3.) Du nimmst Herausforderungen/Aufgaben häufig entweder zu leicht oder zu schwer und verkrampfst dabei. Wie löst du das?
a.) Ich konzentriere mich und gebe mein Bestes. Fehler sind erlaubt, entscheidend ist, dass ich aus diesen lerne.
b.) Ich bin ein typischer Chiller und gehe die Aufgaben nur mit halber Kraft an. Das wird schon irgendwie reichen.
c.) Ich gehe Herausforderungen gleich aus dem Weg und delegiere Aufgaben kurzerhand weiter!
4.) Du wirst nicht müde, nach Ausreden zu suchen und anderen die Schuld für deine Probleme zu geben, andere zu kritisieren und dich zu beschweren. Doch damit übergibst du anderen die Macht über dein Leben. Wie kannst du dich verbessern?
a.) Wie bitte?! Stimmt gar nicht! Unverschämtheit…
b.) Welche Probleme?
c.) Ich übernehme Verantwortung und sage mir: „ICH BIN VERANTWORTLICH!“ So gestalte ich mein Leben in Zukunft selbst!
5.) Wenig motiviert trottest du täglich zur Arbeit und bist mit wenig Spaß bei der Sache. Bereits Montagmorgen sehnst du das nächste Wochenende herbei und führst Strichliste über die verbleibenden Stunden. Wie kommst du hier raus?
a.) Ich mache Dienst nach Vorschrift und falle dabei so wenig wie möglich auf – weder positiv, noch negativ. So kann ich nebenbei im Internet surfen und mit meinen Kollegen quatschen.
b.) Ich mache mir klar, wo meine Stärken im Job liegen. Anschließend tue ich mehrheitlich die Dinge, die mir Spaß machen. Dinge, die mir wenig Spaß machen, packe ich zwischen zwei Aufgaben, die mir Spaß bereiten.
c.) Ich schaue bei meinem Gegenüber bevorzugt auf seine Schwächen. Die müssen weg und zu Stärken ausgebaut werden.
6.) Du hast in vielen Bereichen keine richtigen Ziele mehr. Du planst deinen nächsten Urlaub über Wochen bis ins letzte Detail. Gleichzeitig machst du dir wenige Gedanken darüber, was du in deinem Leben erreichen möchtest. Wie gehst du in Zukunft vor?
a.) Sorry, aber ich habe überhaupt keine Zeit, mich mit irgendwelchen Zielen zu beschäftigen. Im Alltag habe ich genug andere Sachen zu tun.
b.) Ich mache mir klar, was ich wirklich will! Anschließend setze ich mir konkrete und wichtige Ziele.
c.) Na super. Dann setze ich mir ein großes Ziel. Und was ist, wenn ich das Ziel nachher nicht erreiche? Dann geht es mir schlechter als vorher. Nein, danke.
7.) Du gibst bei Misserfolgen und Rückschlägen viel zu schnell auf. Schnell sagst du dir: „Wusste ich`s doch. Dafür habe ich kein Talent. Das konnte ja nur schief gehen.“ Was machst du nächstes Mal in so einer Situation?
a.) Ich weiß, dass Niederlagen und Rückschläge zum Leben dazu gehören. Häufig haben sie sogar ihr gutes und ich gehe gestärkt aus ihnen hervor. Es gilt einmal mehr aufzustehen, als hinzufallen.
b.) Es wird schon seine Gründe haben, wenn ich scheitere. Das spart mir viel Zeit, mich mit Kram zu beschäftigen, der nichts für mich ist.
c.) Ich fange am besten gar nicht erst an, schwierige Aufgaben anzugehen. Das erspart mir Enttäuschungen und unnötigen Zeit- und Energieeinsatz.
8.) Ständig kritisierst du deine Mitmenschen, wenn sie etwas falsch gemacht haben. Ihre Fehler servierst du ihnen auf dem Silbertablett und hältst ihnen diese ewig vor. Was machst du ab heute anders?
a.) Ich höre auf, mein Gegenüber ständig zu kritisieren und anzumerken. Dafür lobe ich ihn ehrlich und zeitnah und sage ihm, was ich an ihm schätze, was er gut gemacht hat, wofür ich ihm dankbar bin.
b.) Wofür soll ich andere bitte loben? Bestimmt nicht für Leistungen, die selbstverständlich sind. Der muss sich schon richtig anstrengen, damit er ein Lob von mir erhält.
c.) Ich gehe mit Lob und Anerkennung sehr behutsam um. Der andere bildet sich ansonsten noch ein, dass er etwas Besonderes wäre. Außerdem will er dann mit jedem Mal mehr Anerkennung von mir.
9.) Regelmäßig wirfst du anderen vor, dass sie etwas Anderes tun, als du von ihnen erwartest – deinen Kindern, Kollegen, Mitarbeitern, Sportlern... Dabei bist du selbst kein Vorbild, was dein Verhalten betrifft und lebst nicht vor, was du von anderen erwartest. Was machst du ab heute anders?
a.) Blödsinn. Ich bin der „Chef“ im Haus und hab das Sagen. Was ich tue, hat die anderen nicht zu interessieren. Die haben das zu tun, was ich erwarte.
b.) Ich weiß, dass die Menschen immer das tun, was ich ihnen zeige und vorlebe und nicht das, was ich ihnen sage. Deshalb gebe ich mein Bestes, ein gutes Vorbild zu sein und das vorzuleben, was ich von anderen erwarte.
c.) Wenn ich eine Sache ein-, allerhöchstens zweimal sage, muss das reichen. So schlau sollte mein Gegenüber schon sein, dass er das sofort versteht, was ich von ihm will.
10.) Wenn du etwas Neues anpacken willst, kommt er sofort aus seinem Körbchen: Dein innerer Schweinehund. Schwanzwedelnd sitzt er vor dir und schnabbt dir den guten Vorsatz weg. Wie nimmst du „Ach-Nö!“ – so heißt meiner – in Zukunft erfolgreich an die Leine?
a.) Ich lasse „Ach-Nö“ gewinnen. Der ist doch so süß! Mein Schweinehund soll sich bei mir wohl fühlen.
b.) Den ewigen Kampf mit „Ach-Nö“ habe ich satt. Der ist sowieso stärker als ich. Also lass ich mich von ihm an der Leine führen. Das ist gemütlicher.
c.) Ich mache „Ach-Nö“ klar, dass es mindestens 28 Wiederholungen braucht, um eine neue Gewohnheit zu entwickeln. Wenn wir gemeinsam am Ball bleiben, wird es mit jedem Mal leichter. Am Ende haben wir beide mehr als vorher!
Wirklich richtig fit?
Das wären die richtigen Antworten gewesen: 1d / 2b / 3a / 4c / 5b / 6b / 7a / 8a / 9b / 10c
Je mehr Antworten Sie richtig haben, desto fitter kommen Sie durch den Frühling. Ansonsten einfach noch ein wenig am inneren Schweinehund arbeiten! Dabei kann Sie auch der Ratgeber "Spitze sein, wenn`s drauf ankommt!" unterstützen! Hier bestellen.
Geschrieben am Mittwoch, 19. Januar 2011
Ich kann nicht mehr! - Vom Opfer zum Gestalter
„Ich kann nicht mehr!“ Wie oft hören und sagen Menschen diesen Glaubenssatz! Kennen Sie das? Haben Sie das auch schon einmal gesagt? Vermutlich nicht nur einmal und vermutlich haben Sie es noch viel öfter gedacht. Und dabei ist es gleichgültig, ob Sie eine Diät machen oder an Ihrer Karriere arbeiten. Am Anfang steht ein Gedanke. Der kann sich einnisten und ausbreiten wie ein Virus. Der einfache Gedanke führt dazu, dass wir uns kraftlos und überfordert fühlen. Aber ist dieser Gedanke auch wirklich wahr?
Alleine diese Frage kann uns wieder zurück zu unserer Kraft führen. Denn die Realität sieht meist anders aus. Denn Sie können. Wenn Sie wirklich nicht mehr könnten, dann würden Sie es lassen, sich hinlegen und nicht mehr aufstehen. Also können Sie noch. Was könnte aber dahinter stecken? Wenn Sie sich das nächste Mal überfordert fühlen und „nicht mehr können“, dann stellen sie sich zwei einfache Fragen:
Ist das wahr, dass ich nicht mehr kann?
Und wenn die Antwort immer noch „Ja“ lautet, dann fragen Sie sich:
Kann ich denn mit absoluter Sicherheit wissen, dass es wahr ist, dass ich nicht mehr kann?
Spätestens jetzt sollten Sie erkennen, dass Sie es nicht mit absoluter Sicherheit sagen können. Die Realtität ist: Sie können. Weil Sie es tun. Solange Sie es tun. Zu erkennen, dass Sie noch können, kann Sie handlungsfähig machen. „Ich kann nicht mehr“, sagt das hilflose Opfer der Umstände. Vielleicht sagen Sie in Zukunft: „So. Ich kann. Weil ich es tue. Dennoch möchte ich eine Auszeit.“ So spricht kein Opfer, sondern ein Gestalter, der Verantwortung für sich übernimmt.
Viel Erfolg wünscht Ihnen
Agatha Bieschke
www.dick-sein-ist-kopfsache.de
Geschrieben am Mittwoch, 19. Januar 2011
Ist es wirklich unmöglich oder eine große Chance?
Ein bedeutender Schuhhersteller schickt einen Marketingexperten nach Afrika. Seine Aufgabe ist zu erkunden, inwieweit der afrikanische Markt für die Firma interessant ist, um auch dort die Produkte zu verkaufen. Der Experte ist nur wenige Stunden vor Ort und ist sofort schockiert. Kopfschüttelnd ruft er seinen Chef per Handy an und erzählt ihm völlig deprimiert: „Chef, es tut mir leid, dass ich Ihnen das mitteilen muss. Hier trägt kaum ein Mensch Schuhe. Wer soll hier bitte unsere Schuhe kaufen? Die Chancen sind aussichtslos. Es ist unmöglich. Ich breche meine Zelte ab und fliege heute noch zurück.“ Der Chef nimmt die Aussage seines Experten erst einmal so hin. Nur einen Monat später denkt sich der Chef: „Ich schicke nochmals einen Experten rüber. Der soll sich auch einmal ein Bild von der Lage in Afrika machen.“ Gesagt, getan. Der Experte fliegt rüber. Nur wenige Stunden nach seiner Ankunft ruft er begeistert bei seinem Chef an: „Chef, Sie werden es nicht glauben. Hier trägt fast kein Mensch Schuhe. Das ist einfach nur genial. Stellen Sie sich den gigantischen Markt vor, der sich uns hier bietet. Sie müssen sich das unbedingt einmal selbst vor Ort anschauen. Sie werden begeistert sein.“
Was ist passiert? Beide Experten haben exakt dieselben Bedingungen vorgefunden. Aus Sicht des Experten 1 „Mr. 25“ ist die Lage aussichtslos. Eine Investition vor Ort wäre der größte Fehler, den die Firma machen könnte. Für Experte 2 „Mr. 75“ ist die Situation wie ein Lottogewinn, die dem Unternehmen unglaubliche Umsatzzuwächse bescheren kann. Beide haben die Situation aus zwei komplett verschiedenen Blickwinkeln bewertet – einmal als typischer 25er und einmal als 75er.
Warum 25er und 75er? 25 von 100 Dingen, die uns im Leben passieren, sind negativ, 75 hingegen positiv. Die meisten gehen als 25er durchs Leben.
Mit welcher Brille gehen Sie zukünftig bevorzugt durchs Leben – mit der 25er oder der 75er? Es geht nicht darum, immer nur alles positiv zu sehen und zu sagen: „Es gibt nichts Negatives. Alles hat seine gute Seite.“ Selbstverständlich gibt es Momente, in denen jeder von uns in eine negative Haltung fällt. Es wäre schlimm, wenn alles nur positiv wäre. Niederlagen, Entlassungen, Scheidungen, Krankheiten oder gar der Tod sind negative Ereignisse. Entscheidend ist jedoch, wie lange Sie sich im negativen Zustand aufhalten. Dieser Zustand macht Sie schwach und krank. Sie selbst entscheiden, wie lange Sie sich diesen Zustand „antun“.
Tipp: Analysieren Sie zeitnah Ihre Situation und finden Sie Wege, um sich schnellstmöglich wieder in einen positiven Zustand zu bringen.
Geschrieben am Montag, 29. November 2010
Sagen Sie DANKE!
Die Technologie hat sich die letzten Jahre rasant gewandelt. Der Wunsch der Menschen, geliebt, akzeptiert und anerkannt zu werden, ist jedoch stets der Gleiche geblieben. Nutzen Sie die Vorweihnachtszeit, um den Menschen DANKE zu sagen, die für Sie und Ihr Leben wichtig und wertvoll sind – Partner, Familie, Freunde, Mitarbeiter, Geschäftspartner, Nachbarn, ...
Sie wurden von Ihren Eltern dazu erzogen, "bitte" und "danke" zu sagen. Viele Male hat Ihre Mutter gefragt: "Wie sagt man, wenn man etwas bekommt?". Teils widerwillig, teils freiwillig kam Ihnen anschließend das Zauberwörtchen "DANKE" über Ihre Lippen. Als Kind konnten Sie das Bedanken richtig gut üben, denn Sie waren darauf angewiesen, dass Ihnen Ihre Wünsche von anderen erfüllt wurden.
Heute als Erwachsener ist das ein wenig anders. Die meisten Wünsche können Sie sich selbst erfüllen. Dennoch sind Sie manchmal auf die Unterstützung anderer angewiesen. Durch ein „DANKE“ in Form von Worten können Sie den Einsatz anderer anerkennen. Für uns ist heute jedoch alles selbstverständlich. So wissen wir die kleinen Dinge kaum noch wertzuschätzen.
Ein „DANKE“ kostet nichts und bewirkt sehr viel Positives für das Zusammenleben mit Ihren Mitmenschen. Indem Sie sich bedanken, erkennen Sie die Leistung des anderen an. Danke drückt Respekt dem anderen gegenüber aus. Gerade in einer Partnerschaft und in der Liebe ist das Bedanken besonders wichtig. Beim Empfänger bewirkt das Wörtchen „DANKE“, dass er sich ernst genommen fühlt. Er erfährt, dass Sie seinen Einsatz honorieren.
Wenn Sie zu den Menschen gehören, die anderen gegenüber bisher eher unachtsam waren und sich nur wenig bedankt haben, dann nutzen Sie die Vorweihnachtszeit bewusst, um sich bei ihnen zu bedanken. Sie machen garantiert die Erfahrung, dass "DANKE" zu den Zauberwörtern gehört und viel Positives bewirkt.
Seien Sie dankbar und glücklich für all die glücklichen Momente, die Sie bereits mit anderen Menschen verbringen durften. Seien Sie dankbar dafür, was Sie bereits alles erlernen durften: z.B. malen, kochen, Menschen begeistern, lehren, tanzen, Instrumente spielen, Sport treiben. Diese Liste lässt sich unendlich fortsetzen. Je mehr Dankbarkeit Sie für die kleinen Dinge im Leben empfinden lernen, desto glücklicher sind Sie!
Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben. Wer andere glücklich macht, wird glücklich! (André Gide)
Geschrieben am Dienstag, 05. Oktober 2010
Schauen Sie bei sich und bei Ihrem Gegenüber mehr auf die Stärken
Klar ist die Arbeit an Schwächen wichtig. Weitaus wichtiger ist jedoch, die
eigenen Stärken und die Ihrer Mitmenschen zu kennen und gezielt zu fördern. Erkennen Sie die Tatsache an, dass jeder Mensch verschieden ist und unterschiedliche Stärken besitzt.
Im Sport finden Sie immer wieder Experten.
So gibt es z.B. im Fußball den Experten für den Sturm, den für das Mittelfeld, den für die Abwehr und den für das Tor. Kein Spieler erfüllt die Kriterien, um auf jeder Position spielen zu können. Zwar setzen einige Trainer ihre Spieler auf verschiedenen Positionen ein, wirkliche Spitzenleistungen und Weltklasseniveau erreicht der Spieler jedoch nur auf einer Position. Schauen Sie sich die absoluten Weltklassespieler an, haben sie genau eine Spielposition, auf der sie es bis ganz nach oben geschafft haben.
Wenn Sie mit Ihren Freunden unterwegs bist: Über was reden Sie meistens? Wie häufig reden Sie über die Schwächen anderer? Lassen Sie es sein. Machen Sie einmal folgendes Experiment: Ab morgen schauen Sie die nächsten vier Wochen primär auf die Stärken Ihrer Mitmenschen – Schüler, Kinder, Freunde, Partner, Mitarbeiter, Sportler…. Erwischen Sie sie dabei, wenn sie etwas richtig machen. Sie meinen: „Das kann dauern.“ Haben Sie Geduld. Sie bekommen das hin. Da bin ich mir absolut sicher. Fokussieren Sie sich auf die Stärken und stellen sie diese in den Vordergrund. „Das machst du wirklich klasse. Das ist deine Stärke.“ In wenigen Tagen werden Sie plötzlich eine ganz andere Entwicklung bei Ihrem Gegenüber wahrnehmen – in die positive Richtung. Wenn Sie das vier Wochen durchhalten, haben Sie darüber hinaus die Chance, dass daraus eine neue Gewohnheit wird.
Geschrieben am Montag, 23. August 2010
Stehe einmal mehr auf als du hinfällst!
Ich lerne regelmäßig Menschen kennen, die bei Rückschlagen sofort aufgeben, weil sie sie nicht verkraften. Die fallen beim ersten Windstoß um. Und dann bleiben sie einfach liegen - mitten im Quark.
Jeder Mensch hat seine Komfortzone. Sie verlassen mutig Ihre Komfortzone, um Dinge anzupacken und weiter zu wachsen. Was passiert? Ihnen bläst ein kräftiger Wind entgegen - Sie scheitern. Nach wenigen Niederlagen sagen Sie: "Dafür habe ich wohl kein Talent. Hat ja eh keinen Sinn. Es ist aussichtslos. Ich habe verloren." Schon sitzen Sie wieder in dem windgeschützten Kreis Ihrer Gewohnheiten. Da warten bereits die Personen auf Sie, die ihr ganzes Leben in ihrer Komfortzone verbringen und sagen: "Siehst du, hab ich`s dir doch gesagt, dass das nichts wird! Hättest du mal auf mich gehört."
Lassen Sie niemals zu, dass es soweit kommt. Wenn Sie marschieren und der Gegenwind bläst Ihnen mitten ins Gesicht, dann empfinden Sie das als unfair. So ist das Leben - auf jeden Fall kein Ponyhof. Übernehmen Sie für Ihr Leben in Zukunft folgendes Zitat von Winston Churchill: "Erfolg heißt einmal mehr aufstehen als hinfallen."
Sie stehen auf und es stürmt erneut kräftig. Sie fallen hin und Ihre Knie bluten. Na und. Dann stehen Sie wieder auf. Und erneut kann es dir passieren, dass Sie hinfallen. Na und. Stehen Sie einmal mehr auf als Sie hinfallen.
Geschrieben am Montag, 23. August 2010
SMILEY – der fröhliche Trinkerinnerer!
Wasser ist das wichtigste Lebensmittel überhaupt. Viele Menschen machen sich Gedanken über ihre Ernährung, nehmen jedoch selten ihre Trinkgewohnheiten unter die Lupe. Zu Unrecht: 80 % der Bevölkerung trinken zu wenig, d.h., 8 von 10 Menschen fehlt es an Flüssigkeit. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie dazu gehören, ist sehr groß.
Beim Auto ist es undenkbar, dass Sie mit einem leeren Tank losfahren. Spätestens wenn die Warnleuchte aufblinkt und Sie damit auffordert nachzutanken, biegen Sie zur nächsten Tankstelle ab. Viele verlassen jedoch, ohne etwas getrunken zu haben, das Haus – fahren also mit leerem Tank los.
Wasser ist das wichtigste Transport- und Kühlmittel Ihres Körpers. Merken Sie sich folgende Faustformel: Pro Kilogramm Körpergewicht brauchen Sie 30-40 ml Flüssigkeit, sprich mindestens 1,8 Liter bei 60 kg und mindestens 2,4 Liter bei 80 kg Körpergewicht. Für jede Stunde Sport, die Sie treiben, brauchen Sie je nach Temperatur 0,5 bis 1 Liter zusätzlich. Zwei Prozent Flüssigkeitsverlust bedeuten bereits 20 % Konzentrationsverlust. Ihr Blut fließt langsamer. Ihre Muskelzellen leiden unter Sauerstoff- und Nährstoffmangel. Auch Schwindel und Kreislaufprobleme sind die Folge. Wassermangel kann Sie krank machen.
Lassen Sie sich auf fröhliche Weise ans Trinken erinnern
Zum Thema Trinken haben viele ein gespaltenes Verhältnis. SMILEY, der fröhliche Trinkerinnerer, schafft es, aus dem Trinken eine spaßige Angelegenheit zu machen, der Sie plötzlich mit Begeisterung nachgehen. Der Erfinder und Unternehmer Sven Olsen aus Flensburg hat die pfiffige Idee der Trinkuhr entwickelt: Seine Trinkuhr erinnert Sie stündlich daran, einen Schluck zu trinken. Denn der kleine Schluck ist am Schreibtisch oder bei Besprechungen Voraussetzung für gute Ideen.
Diese besondere Uhr zeigt Ihnen anhand witziger SMILEYs an, wann es an der Zeit ist, das nächste Glas Wasser zu trinken. Lächelt Sie SMILEY an, ist alles in Ordnung. Im 15 Minuten Takt verschlechtert sich SMILEYs Stimmung – inklusive seiner Mimik. Nach einer Stunde guckt SMILEY Sie traurig an, wenn Sie bis dahin nicht getrunken haben - das Zeichen für: "Trink". Und wenn Sie dann immer noch nicht trinken, wird er böse. Nach 90 Minuten knurrt SMILEY Sie alle 30 Sekunden an. Spätestens da trinken Sie, das garantiere ich Ihnen. Sie werden auf eine fröhliche, freundliche und spaßvolle Art und Weise an Ihre Gesundheit erinnert. Per Händedruck sagen Sie der Uhr, dass Sie getrunken haben. Drei Sekunden Drücken und SMILEY ist wieder glücklich.
Trinken Sie in Zukunft alle 55 Minuten ein Glas Wasser, denn Ihr Körper besitzt kein Reservoir für Wasser! Sie sind kein Kamel, auch wenn einige Menschen vorne einen Höcker haben. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihre Wasseraufnahme über den ganzen Tag verteilen. SMILEY unterstützt Sie gerne dabei. Wenn Sie mehrere Wochen mit SMILEY "spielen", wird das Wasser trinken wieder zur alltäglichen Gewohnheit.
Weitere Informationen zur TrinkUhr unter www.trinkuhr.de
Geschrieben am Mittwoch, 02. Juni 2010
Von Lena lernen heißt siegen lernen!
Es ist Montag, der 8. März 2010. An diesem Morgen rufe ich bei einer Gesamtschule in Hannover an und bekomme den Direktor an die Strippe. Als ich ihn frage, inwieweit meine Schulvorträge für seine Schule interessant sein könnten, antwortet er mir ganz trocken: "Lena Meyer-Landrut ist eine Runde weiter." Ich denke mir: "Super. Wer zum Teufel ist Lena Meyer-Landrut? Und was für Vorträge bietet die Frau für Schulen an?" Der Direktor erkennt meine Irritation und fragt etwas erstaunt: "Kennen Sie Lena Meyer-Landrut nicht?" Ich: "Eh, nein." Er stellt direkt die nächste Frage: "Aber Sie kennen schon ´Unser Star für Oslo`?"
Hier kann ich mit meiner Allgemeinbildung punkten und entgegne: "Ja, die Sendung kenne ich." Er darauf: "Sehen Sie, Lena hat sich für das Finale qualifiziert. Und sie ist Schülerin unserer Schule." Jetzt geht mir ein Krohnleuchter an. Ich weiß zwar immer noch nicht, warum er mir das erzählt hat. Dennoch gratuliere ich dem Direktor zum Abschneiden seiner Schülerin, worauf er mir antwortet: "Vielen Dank. Das hat jedoch seine Vor- und Nachteile. Ich habe bereits ganz heiße Ohren vom vielen Telefonieren mit der Presse. Alle wollen sie was von mir über Lena wissen."
Nach diesem Telefonat sage ich mir: "Jetzt interessiert mich aber schon, wer diese Lena Meyer-Landrut ist." Ich recherchiere. Wenige Tage später, es ist Freitag, der 12. März. Lena gewinnt und wird hausüberlegen mit fast 70% der Anruferstimmen ´Unser Star für Oslo` und darf beim Eurovision Song Contest für Deutschland an den Start gehen. Und damit nicht genug. Am 29. Mai gewinnt Lena tatsächlich und holt den Titel bei der Europameisterschaft im Singen nach Deutschland, 28 Jahre nach "Ein bisschen Frieden" von Nicole.
Was macht diese Frau so besonders, die bis zum 2. Februar noch kein Mensch kannte - bis auf ihre Familie, Freunde und Mitschüler?
Normal sind andere. Lena ist anders.
Köln, erste Entscheidungsshow, erster Auftritt. Bei der Auswahl des Songs entscheidet sich Lena für "My Same" von Adele. Ein Lied, das den Fernsehzuschauern, die per Telefonabstimmung über Scheitern oder Weiterkommen richten, weitgehend unbekannt ist und bis zu Lenas Auftritt nicht in den deutschen Musikcharts auftaucht. "Nimm lieber etwas Bekannteres", empfehlen ihr Showexperten, doch Lena schüttelt den Kopf. Wenn sie mit Adele scheitere, sei es eben Pech. Lena geht ohne echte Bühnenerfahrung raus ins Scheinwerferlicht und haut Jury und Publikum mit ihrem Song von den Stühlen. Marius Müller-Westernhagen sagt sofort: "Du hast Star-Appeal. Die Menschen werden dich lieben." So ist es. Bereits ab der ersten Sendung gilt sie als klare Favoritin. Sie begeistert die wechselnden Juroren um Raab mit ihren unkonventionellen Auftritten und ihrer Leichtigkeit. Sie ist die verrückte Nudel der Show, fällt immer wieder durch ihre schlagfertigen Bemerkungen und ihre selbstbewusste Art auf. Lena hat so viel Energie wie ein Kernkraftwerk. Lena bleibt in Erinnerung mit ihrem eigenständigen Charakter, ihrer so ungewöhnlichen Stimme und ihrer Bühnenpräsenz. Es ist ihr anzumerken, dass sie die Musik um der Musik willen macht und nicht, um berühmt zu werden, viel Geld zu verdienen und ins Fernsehen zu kommen.
Perfekt sind andere. Lena hat Schwächen und steht dazu!
Lena steckt mit ihrer Begeisterung alle an, ihr Stern leuchtet von Show zu Show, von Song zu Song, heller und heller. Und das, obwohl andere besser singen. Lena sagt selbst: "Ich behaupte nicht, dass ich eine Mörderstimme habe, sicherlich haben tausend Millionen Leute eine bessere." Lena hat niemals vorher professionellen Gesangsunterricht genossen und trifft auch bei weitem nicht alle Töne. Doch lebt sie die Songs so glaubhaft wie kein anderer. Juror und Förderer Stefan Raab sagt: "Jeder würde dir sagen, dass Atemtechnik ganz anders geht." Darauf antwortet Lena in ihrer frechen und schlagfertigen Art: "Ich hab gar keine." Genau das ist ihr Geheimnis: "Keine Technik." Wo andere perfekt intonieren, verlässt sich Lena auf ihre Intuition. Ihr Motto lautet: "Einfach raus und singen." "Just do it!" sagt der Sportartikelhersteller Nike dazu. Ihre Auftritte beschreibt die BILD-Zeitung wie folgt: "Lena bewegt sich auf der Bühne wie jemand, der in zu engen Schlittschuhen zum ersten Mal auf dem Eis steht; dabei hält sie in der linken Hand das Mikrofon, während sie mit der rechten rumschlackert, als müsse Nagellack trocknen. Das ist so niedlich!" Das zeigt sich auch in Oslo bei ihrem Auftritt. Während andere mit einer perfekten Choreographie, Pyrotechnik und freizügigen Kostümen zu punkten versuchen, punktet Lena mit ihrer Person und Natürlichkeit - einfach Lena.
Lena hat Spaß und gibt ihr Bestes! Druck lässt sie sich nicht machen!
Die brausepulverfrische Lena will Spaß haben und einfach ihr Bestes geben. Ihre Begeisterung ist sofort spürbar und überträgt sich auf ihre Zuhörer. Mit ihrem Auftritt in Oslo "infiziert" sie ganz Europa. Mitschüler sagen über sie: "Sie ist eine Stimmungskanone mit einer positiven Vollmeise."
Spaß! Spaß ist der größte Motivator schlechthin. Nicht nur für Lena, sondern für alle, die es in einer Sache weit bringen. Alles, was Spaß macht, machen Sie gerne. Sie sind begeistert bei der Sache, erzielen persönliche Bestleistungen, ohne dass Sie das Gefühl haben, sich groß anstrengen zu müssen.
Druck begegnet Lena wie folgt: "Ich versuche, mich von äußeren Erwartungen nicht beeindrucken zu lassen, sondern meine Sache so gut zu machen, dass ich, dass die Welt, dass die deutschen Zuschauer mit mir zufrieden sein können. Wenn alle sagen 'das hat sie toll gemacht', bin ich wahnsinnig stolz", sagt sie im Stern.
Locker, leicht, Lena! Und doch ohne Fleiß keinen Preis!
Lenas Erfolg erscheint so einfach, doch kommt er nicht von selbst. Am Tag einer Entscheidungsshow bei "Unser Star für Oslo" schreibt sie Vorabitur, fährt anschließend mit dem Zug nach Köln zu Probe, um am Abend an der Show teilnehmen zu können. Die letzten Wochen der Show und erst recht die Wochen nach der Finalshow bedeuten Dauerstress. Direkt nach dem Finale dreht sie - während alle anderen feiern - trotz Müdigkeit bis morgens um fünf Uhr das Video zu ihrem Lied "Satellite". "Ich habe mich mit Red Bull aufgepäppelt", berichtet sie zwei Tage darauf bereits morgens um 8 Uhr im ARD Morgenmagazin. Während sie eigentlich für ihr Abitur büffeln müsste, erobert sie die Bühnen, die die Welt bedeuten und mutiert zum TV-Dauergast. Nach ihrem Auftritt bei der WOK WM von Stefan Raab tritt sie bei "Wetten, dass...", "Verstehen Sie Spaß", "Schlag den Raab" und anderen bedeutenden Unterhaltungssendungen auf - ein straffes Programm. Und nach dem Sieg in Oslo geht die Arbeit jetzt erst richtig los.
Der Erfolg gibt ihr Recht!
Und Lenas Erfolg ist unglaublich: Der Titel "Satellite" verkauft sich innerhalb von drei Tagen nach der Finalshow von "Unser Star für Oslo" als Musikdownload so schnell wie kein anderer Song jemals in Deutschland. Lena belegt bei beiden MP3-Download-Shops "itunes" und "musicload" die Plätze 1 bis 3 der am häufigsten heruntergeladenen Songs. Als erster Musiker überhaupt schafft sie es, mit drei Liedern gleichzeitig in den deutschen Musikcharts auf Platz 1, 3 und 4 vertreten zu sein. Ihr Video zu "Satellite" wird innerhalb von fünf Tagen sage und schreibe 1,4 Millionen Mal bei Youtube angeklickt und liegt aktuell bei fast 11 Millionen Klicks. Bei Facebook hat sie innerhalb von vier Wochen über 50.000 Fans, aktuell über 240.000. Während du bei der Eingabe des Namens "Stefan Raab" bei Google ca. 980.000 Suchergebnisse erhältst, sind es bei "Lena Meyer-Landrut" aktuell über 12 Millionen. Lena beschert den Fernsehsendern Rekordquoten - fast 15 Millionen verfolgen Lenas Auftritt in Oslo, während unsere Fußballer und Klitschko-Brüder das Nachsehen haben. Nach ihrem Sieg erhält Lena bei ihrer Rückkehr in Hannover einen "Staatsempfang" allererster Güte.
Lena ist der weibliche Harry Potter
Das schwarzhaarige Zauberwesen wickelt mit Charme, Witz und einem Leuchten in ihren braunen Augen binnen Sekunden die Menschen um den Finger. Lena ist das Ebenbild für innere Begeisterung. Sie brennt für das, was sie tut. Erst im Februar erfährt Lena, dass sie unter den letzten 20 Kandidaten von ´Unser Star für Oslo` ist. Sechs Wochen später weiß sie, dass sie nach Oslo fährt. Weitere elf Wochen später erleben sie 125 Millionen Menschen, wie sie mit der Kamera flirtet und ihr Ziel, unter die ersten zehn zu kommen, förmlich pulverisiert. Mit dem zweithöchsten Abstand der Grand Prix Geschichte gewinnt sie den Wettbewerb und erreicht weltweite Berühmtheit.
Ich bin gespannt, wo uns Lena als nächstes verzaubert - Moderatorin bei Stefan Raab, Werbefigur für Energydrinks? Ich lass mich überraschen vom "Sommermädchen 2010".
Welche Erkenntnisse ziehen Sie aus dieser Erfolgsgeschichte für Ihr eigenes Leben?
Geschrieben am Mittwoch, 02. Juni 2010
Eigentlich müsste man mal wieder...!
Man, man, man. Wer ist eigentlich ´man`? Kennen Sie ´man` nicht? Ich auch nicht. Ist jedoch interessant. Wieso sprechen Sie andauernd von ´man`, wenn Sie ´man` gar nicht kennen? "Man müsste häufiger Laufen gehen." "Man kann das so oder so machen." "Eigentlich muss man sich herausfordernde Ziele setzen." "Man muss an sich glauben und sich anstrengen, um erfolgreich zu werden." "Vielleicht sollte man auf Alkohol und Fast Food verzichten." Wer ist ´man`?
In Gesprächen höre ich regelmäßig diese und ähnliche Sätze. Ich frage meinen Gegenüber dann: "Wer ist ´man`?" Im ersten Moment schaut er bzw. sie mich total irritiert an: "Wie, wer ist ´man`? Ich bin ´man`" "Ach du! Sag das doch gleich", antworte ich lächelnd und mit ein wenig Ironie. Worauf will ich hinaus?
Wenn Sie von ´man` sprechen, wahren Sie geschickt Distanz und senken Ihre innere Verpflichtung. ´Man`-Aussagen sind sehr allgemein gehalten und unverbindlich. Es können auch andere Personen damit gemeint sein. Sagen Sie: "Man müsste häufiger Laufen gehen", dann gilt diese Aussage für viele. Sie meinen eventuell, dass das auch für Sie gilt, gesagt haben Sie es damit jedoch nicht wirklich. Wenn Sie am Ende das Laufen lassen und es spricht Sie jemand darauf an, reden Sie sich leicht heraus, nach dem Motto: "Ich habe nicht von mir gesprochen, sondern meinte allgemein, dass regelmäßiges Laufen gehen gut für den menschlichen Organismus ist."
Streichen Sie das Wort ´man` in Zukunft weitestgehend aus Ihrem Wortschatz. Erhöhen Sie Ihre innere Verpflichtung und Verbindlichkeit, indem Sie ´man` durch ´ich` ersetzen.
Geschrieben am Dienstag, 09. März 2010
Lassen Sie das Quaken!
Wir sind Jammerweltmeister. Überall und zu jeder Tages- und Nachtzeit wird gequakt: zu Hause, in der Schule, im Büro, auf dem Sportplatz, im Supermarkt, im Restaurant, im Fernsehen, im Radio, in der Zeitung und selbst in Ihrem Kopf oder direkt aus Ihrem Mund. Quaken gehört heute zum guten Ton. Es wird kaum bemerkt und wenn, ist es für jeden anderen das Normalste der Welt - denn es machen fast alle.
Seien Sie ehrlich: Ihr Gequake nervt Sie doch auch!? Warum quaken Sie dann? Um Aufmerksamkeit von anderen zu erhalten? Ihr Leid zu teilen nach dem Motto: "Geteiltes Leid ist halbes Leid!" Wenn Sie quaken - das tun wir alle von Zeit zu Zeit - bin ich fest davon überzeugt, dass Sie genug davon haben und den Wunsch hegen, Ihre Lebensqualität zu verbessern. Sie sind es leid, im Mittelmaß zu leben. Sie sind es leid, schlechte Beziehungen zu führen. Sie sind es leid, sich ständig krank zu fühlen. Sie sind es leid, wenige Erfolge zu feiern. Sie sind es leid, ständig unglücklich über Ihr Leben zu sein. Wenn Sie die Dinge leid sind, behalten Sie es zukünftig für sich! Kein anderer braucht und will das hören. Also behalten Sie es für sich. Erzählen Sie anderen lieber, was Sie tun, damit es Ihnen zukünftig besser geht und Sie erfolgreicher werden. Und wissen Sie was? Plötzlich geht es Ihnen besser und Sie feiern mehr Erfolge!
Geschrieben am Dienstag, 09. März 2010
Sie sind verantwortlich!
Ich weiß, Sie sind ein Opfer. Sie sind Opfer der Situationen und Umstände - oder sind es die Gene? Nachmittags ab 13 Uhr auf den Privatsendern: Wow, sind da viele Opfer - Menschen, die andere für ihre Probleme verantwortlich machen. Glauben die das wirklich selbst, was sie in der Talkshow erzählen? Ich finde es erstaunlich, wie viele Menschen anderen die Schuld für ihre Unfähigkeit und Untätigkeit in die Schuhe schieben, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Wer ist alles schuld? Die Regierung, der Chef, die Nachbarn, der Partner…
Alle anderen sind schuld, nur wir nicht.
Fragen Sie einmal Ihre Kinder, wer für die schlechten Noten verantwortlich ist. Was erhalten Sie als Antwort? "Die Lehrkraft! Die hat komische Fragen gestellt. Außerdem kann sie nicht erklären." Ab und zu fällt die Schuld auf den Mitschüler: "Hätte der Max gelernt, hätte ich eine bessere Note geschrieben, Mama. Ehrlich!" Die meisten Menschen bleiben ihr ganzes Leben lang Kinder, übergeben die Verantwortung für ihr Handeln und Scheitern anderen. Kinder erwarten, dass ihre Eltern die Probleme für sie lösen. Bei Kindern ist das noch ok. Viele Menschen bleiben jedoch ihr ganzes Leben lang Kinder, die meinen, die anderen wären für die Lösung ihrer Probleme verantwortlich. Wenn Sie jedoch die Verantwortung für Ihr Handeln und Ihre Ergebnisse anderen übergeben, übergeben Sie diesen Menschen damit die Macht für Ihr Leben!
Klar kennen Sie die Entschuldigungen für schlechte Noten nur zu gut, da Sie sie als Schüler selbst benutzt haben. Lassen Sie derartige Ausreden jedoch weder bei Ihren Kindern noch bei sich gelten. Für unsere Noten bzw. Ergebnisse sind wir - jede Einzelne - selbst verantwortlich, kein anderer. Sie sind zu 100 % dafür verantwortlich, was Sie heute sind, tun und haben. Warum? Ihre Gedanken bestimmen Ihre Entscheidungen. Ihre Entscheidungen bestimmen Ihre Handlungen. Ihre Handlungen bestimmen Ihre Ergebnisse. Treffen Sie jetzt eine bedeutende Entscheidung. Stellen Sie sich vor einen Spiegel und sagen Sie sich laut ins Gesicht: "Ich übernehme die volle Verantwortung für mein Leben." Und ab jetzt handeln Sie entsprechend, denn Sie sind verantwortlich!
Geschrieben am Dienstag, 12. Januar 2010
So machen Sie sich 2010 fit für Spitzenleistungen!
Der Leistungsdruck in unserer Gesellschaft nimmt immer weiter zu. Früher war es möglich, dass Sie mit halbem Einsatz Erfolge erzielen oder zumindest noch halben Erfolg haben. Diese Zeiten sind längst vorbei. Halber Einsatz heißt heute kein Erfolg mehr. Nur wenn Sie bereit sind, stets Ihr Bestes zu geben und Spitzenleistungen zu bringen, haben Sie die Chance, auf dem Spielfeld des Lebens ganz vorne mitzuspielen.
Wussten Sie, dass heute bereits jeder fünfte Arbeitnehmer bereit ist, regelmäßig Pillen zu schlucken, um dem wachsenden Leistungsdruck und der Arbeitsverdichtung gewachsen zu sein? Über die langfristige Wirkung von Zigaretten, Alkohol und zu viel Kaffee denkt heute sowieso schon keiner mehr nach. Ist die nächste Stufe der tägliche Griff zur Pille?
Die folgenden Tipps unterstützen Sie dabei, 2010 fit für Spitzenleistungen zu werden - ohne Pillen. Dabei geht es um weitaus mehr als ausschließlich Ihren beruflichen Erfolg. Beruflich spitze, privat Amateur funktioniert nur kurzfristig und führt langfristig zu Frust und Niederlagen. Verfolgen Sie einen ganzheitlichen Ansatz. Beachten Sie auch andere Lebensbereiche wie Ihre Gesundheit, Beziehungen (zur Familie, Freunden) und Freizeit (z.B. Hobbys). Spitzenleistungen gilt es in allen Lebenslagen zu zeigen.
Sind Sie ein 75er statt 25er? Sie haben die Wahl!
Lenken Sie Ihren Fokus zukünftig vermehrt auf die positiven Dinge im Leben. Unsere Wahrnehmung ist heute bevorzugt negativ orientiert: "Den Mist sehen wir immer." Immer fällt uns das auf, was alles nicht passt: der kleine Kratzer am vorderen Kotflügel im ansonsten makellosen Lack, der eine Kommafehler im Kundenangebot, die einzige 4 im Zeugnis der Tochter, das buchstäbliche Haar in der Suppe. Wir schauen auf das, was nicht funktioniert, was schlecht läuft und insbesondere auf das, was wir nicht besitzen. Der "Jammerlappen" ist bei uns sehr stark ausgeprägt, den ganzen Tag sind wir am Quaken. Sie wissen vielleicht, dass nur ca. 25 % der Dinge, die uns am Tag passieren, negativer Natur sind und 75 % positiv.
Menschen, die verstärkt auf die negativen Dinge im Leben achten - also die typischen 25er - entwickeln mehr und mehr eine negative Grundhaltung, die sich durch ihr ganzes Leben zieht. Die Umwelt wird mit der Zeit zum Spiegelbild der eigenen Person. Menschen mit einer positiven Grundhaltung, die 75er, besitzen dagegen mehr Selbstbewusstsein, mehr Mut und sind vor allem weitaus erfolgreicher. Sie sind gesünder, leben länger und haben erfülltere Beziehungen. Sie achten verstärkt darauf, was sie haben, was sie können, freuen sich bereits über kleine Erfolge, nehmen Misserfolge nicht so ernst und schauen positiv in die Zukunft. Auch diese Menschen scheitern das eine oder andere Mal. Sie gehen jedoch gestärkt daraus hervor und sagen sich z.B.: "Jetzt erst Recht. Beim nächsten Mal klappt es. Ich glaube an mich. Ich schaffe es."
Bringen Sie Bewegung in Ihren Alltag!
Wir haben uns vom Fleisch- und Pflanzenfresser zum Fastfood- und Zuckerkonsumenten entwickelt. Wir essen zu viel, zu fett, zu süß, zu salzig - einfach gesagt: ungesund. Außerdem haben wir uns vom Jäger und Sammler zum Sitzmenschen entwickelt. Der Durchschnittseuropäer sitzt heute sieben Stunden täglich und kommt mit zwölf Minuten Bewegung am Tag aus. Wieso wundern wir uns da noch, dass uns Spitzenleistungen schwer fallen?
Erhöhen Sie beim Mittagessen in der Kantine den Gemüseanteil und machen Sie Kohlenhydrate wie Kartoffeln, Reis und Nudeln zur Beilage. So erhalten Sie mehr wichtige Nährstoffe, sparen Kalorien und vermeiden den "SchniPoSa-Effekt". SchniPoSa = Schnitzel, Pommes und Salat. Sie fühlen sich satt und gleichzeitig leistungsfähig. Außerdem bedankt sich die Waage bei Ihnen.
Greifen Sie im Meeting alternativ zu Keksen und Gebäck vermehrt zu Gemüsesticks aus Karotten, Paprika, Gurke, Kohlrabi - dazu ein leckerer Quarkdipp zum Eintunken. Wählen Sie auch gerne ungeröstete Erdnüsse und weitere Nusssorten wie Wall- und Haselnüsse. Sie sind u.a. reich an wichtigen Omegafettsäuren. Diese erhöhen Ihre Konzentration, stärken das Immunsystem und schützen Sie vor Bluthochdruck und anderen Erkrankungen. Gemüse können Sie beliebig viel am Tag verzehren, bei Nüssen gilt eine Hand voll pro Tag.
Der Körper braucht viel Flüssigkeit, bevorzugt in Form von Wasser. Wasser ist Leben. Wir trinken heute zu viele Süßgetränke in Form von Limo, Coke und gesüßten Kaffee und Tee. Diese sind gefährliche Dickmacher. Gleichzeitig trinken viele Menschen zu wenig. So bedeuten 2 % Flüssigkeitsverlust bereits 10% Konzentrationsverlust. Tagesempfehlung: 40ml/kg Körpergewicht, heißt bei 50 kg = 2 Liter, 75 kg = 3 Liter. Stellen Sie sich morgens zwei volle Flaschen Wasser im Büro auf den Tisch und trinken Sie stündlich ein Glas Wasser von 0,2 Liter. So erreichen Sie, dass Ihr Körper ausgezeichnet mit Sauerstoff versorgt wird, da die Fließeigenschaften des Blutes verbessert werden. Steigern Sie Ihr Trinkverhalten langsam, indem Sie pro Woche Ihre Tagesmenge um 0,2 Liter steigern.
Eine klasse Möglichkeit, an das regelmäßige Trinken erinnert zu werden, ist die TrinkUhr, der fröhliche Trinkerinnerer. Alles ist gut, solange SMILEY lacht. Nach einer Stunde ist SMILEY das Lachen jedoch vergangen, wenn während dieser Zeit nichts getrunken wird - sein fröhliches Gesicht ist traurig und später fängt er sogar an zu knurren. Jeder kleine Schluck Wasser erhöht Ihre Lebensqualität. Greifen Sie mit Spaß zum Glas und trinken Sie regelmäßig. Weitere Informationen unter www.trinkuhr.de 
Freuen Sie sich, wenn Ihr Parkplatz weiter weg liegt (z.B. vom Arbeitsplatz, Kunde, Kino, Restaurant) - am besten wählen Sie gezielt einen weiter entfernten Parkplatz, der Sie zu einem kleinen Spaziergang auffordert. Auf diese Weise bauen Sie mehr Bewegung in Ihren Alltag ein und nehmen zusätzlich wichtigen Sauerstoff auf, der Ihren Körper mit purer Lebensenergie versorgt.
Verabreden Sie sich einmal die Woche mit Freunden, Kollegen, Verwandten zu einem gemeinsamen Sportabend. Was haben Sie früher gerne an Sport gemacht? Tennis, Squash, Krafttraining, Joggen, Aerobic? Finden Sie den richtigen Sport für sich und bringen Sie ein wenig Abwechslung ins Spiel. Gemeinsam mit anderen macht es richtig Spaß, dazu erhalten Sie Ihre Kontakte aufrecht. Finden Sie einen festen Termin pro Woche. So überwinden Sie Ihren inneren Schweinehund und es fällt Ihnen viel leichter, Sport zu treiben.
Nutzen Sie passende Musik und Sie erreichen einen Spitzenzustand oder Entspannung!
Eine ausgezeichnete Methode, mit der Sie innerhalb weniger Sekunden in einen "Spitzenzustand" gelangen, ist der gezielte Einsatz von Musik. Was geschieht, wenn Sie Ihr Lieblingslied im Radio hören? Sie verbinden damit sofort positive Emotionen, ggf. sogar Gänsehautgefühl. Ihr Energieniveau steigt. Nutzen Sie diese Wirkung und hören Sie in Zukunft vor einem wichtigen Termin motivierende Musik - am besten laut. Musik können Sie heute auf fast jedes Handy laden, dazu gibt es passende Kopfhörer. Gehen Sie zukünftig gut gelaunt im Spitzenzustand in Ihre Termine.
Wenn Sie abends dagegen Probleme haben, "herunter zu kommen" und z.B. einzuschlafen, können Sie auch hier Musik hören. Besonders gut eignet sich dabei entspannende Musik. Das kann Klassik oder auch langsame Chartmusik sein, die Sie leise hören. Schnell spüren sie eine entspannende, angenehme Wirkung.
Stellen Sie sich morgens bereits vor, was Sie abends Schönes tun!
Eine unglaublich einfache und gleichzeitig sehr wirksame Übung, um Ihr Stressempfinden innerhalb von Sekunden zu reduzieren, ist die folgende: Nehmen Sie sich morgens eine Minute Zeit und stellen Sie sich vor, was Sie abends noch an angenehmen Aktivitäten unternehmen werden, auf die Sie sich jetzt bereits freuen können. Sie gehen z.B. mit Freunden ins Kino, machen sich einen schönen Abend mit Ihrem Partner, gehen noch zum Sport. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass der Stresshormonspiegel anschließend um durchschnittlich 50 % sinkt, obwohl Sie sich das Ganze nur vorstellen. Positive Gedanken erzeugen sofort positive Gefühle. Ihr Gehirn kann nicht unterscheiden zwischen einer intensiv vorgestellten und tatsächlich gemachten Erfahrung. Je mehr Sinne Sie einsetzen - sehen, hören, fühlen, schmecken, riechen - desto stärker sinkt das Adrenalin. Ihr Gehirn empfindet diese Gedanken als real.
Die 72-Stunden-Regel zum Erfolg
Ein englisches Sprichwort lautet: "Strike while the iron is hot!" Auf Deutsch: "Schmiede das Eisen solange es heiß ist." Je länger der Schmied wartet, desto mehr Kraft braucht er, um sein Ziel zu erreichen. Am Ende ist seine Chance gleich Null, das Eisen zu formen. Dasselbe gilt für das Wissen aus diesem Artikel.
Die "72" ist dabei eine magische Zahl: Alles, Sie innerhalb von 72 Stunden ins Handeln bringen, hat eine über 90 %-ige Chance auf Erfolg. Danach sinkt die Wahrscheinlichkeit der Umsetzung rapide gegen Null.
Sie brauchen es nicht innerhalb der 72 Stunden abgeschlossen zu haben. Entscheidend ist, dass Sie den ersten Schritt machen. So ist es z.B. möglich, dass Sie sich für Ihr Vorhaben innerhalb von 72 Stunden einen Aktionsplan erstellen und auf den Weg bringen. Stellen Sie sich für Ihren Aktionsplan die folgenden Fragen:
- Wer? Macht was? (Vorhaben) Bis wann? (Ende)
Ihre Antworten auf diese Fragen bringen Sie sofort ins Handeln.
Was auch immer es ist, von nichts kommt nichts. Was so einfach klingt, stellt für viele Menschen eine unüberwindbare Hürde dar. Sie drücken sich vor bestimmten Dingen, bis sie Sie förmlich erdrücken. Kein Wunder, wenn Ihr Körper rebelliert und psychosomatische Probleme auftreten. Statt erneut etwas vor sich her oder weg zu schieben, greifen Sie jetzt zum Stift. Um direkt mit dem Training Ihres Entscheidungsmuskels zu starten, wählen Sie bitte drei Dinge aus, die Sie definitiv in den nächsten 72 Stunden ins Handeln bringen.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung.
Seien Sie zukünftig spitze, wenn`s drauf ankommt!
Geschrieben am Dienstag, 15. Dezember 2009
Alle Jahre wieder … Friede, Freude, Weihnachtsfrust
Alle Jahre wieder ... fröhliche Weihnachten? Leider sieht das in der Realität meistens ganz anders aus. Jeder 4. Bundesbürger fühlt sich zu Weihnachten überfordert und gestresst! Besonders Frauen sind hier stärker betroffen als Männer, die das etwas entspannter sehen. Klar, meist haben die Herren der Schöpfung ja auch weniger mit den Vorbereitungen auf das Fest zu tun.
Wer nicht rechtzeitig auf den Stress zu Weihnachten reagiert, der sitzt an Heiligabend ausgebrannt vorm Tannenbaum und kann sich über gar nichts mehr freuen. Das einzige, was dann noch brennt, sind die Weihnachtskerzen und die Luft.
Der Spitzenleistungsexperte Matthias Herzog gibt Ihnen wirksame und leicht umsetzbare Tipps, das Fest der Liebe gelassen und ohne Stress zu erleben.
1. Berufen Sie eine Familienkonferenz ein!
Wie soll der Heiligabend dieses Jahr ablaufen? Erinnern Sie sich zunächst ans letzte Jahr: Was war da klasse und kam gut an? Was hat genervt oder gefehlt? Sind die Punkte im Brainstorming zusammengetragen, legen Sie die Rahmenbedingungen fest: "Damit dieses Weihnachten noch besser wird, ..."
2. Binden Sie andere mit ein!
Wer Heiligabend die große Show erwartet, soll selbst dabei mithelfen. Wer kann welche Aufgaben übernehmen? Lösen Sie sich von dem Gedanken, alles alleine erledigen zu müssen. Trauen Sie sich, andere um ihre Unterstützung zu bitten. Wer bastelt und schmückt die Wohnung? Wer besorgt den Baum? Wer schmückt ihn? Wer kümmert sich um das Weihnachtsessen? Binden Sie Ihren Partner, Familienmitglieder und Freunde bei der Planung und Gestaltung des Festes mit ein. Das stärkt Partner- und Freundschaften sowie den Familiensinn und entlastet Sie.
3. Verschieben Sie den Hausputz!
Machen Sie sich in der Vorweihnachtszeit nicht zusätzlich mit Sauberkeitsorgien verrückt. Auch wenn der Fußboden nicht gewienert und die Fenster nicht blitzeblank geputzt sind, wird das Weihnachtsfest schön. Im Kerzenschein sieht das eh keiner. Zum Putzen haben Sie noch zwischen den Jahren genug Zeit. Und Schwiegermutti möchte sicher lieber den Duft von Tannengrün und frischem Kaffee als den von Reinigungsmitteln genießen.
Außerdem haben die Duftstoffe des Weihnachtsbaums eine wunderbare Wirkung auf unseren Organismus: Sie bauen Stress ab und schaffen Wohlbehagen (das kennen wir von einem Waldspaziergang oder dem heißen Bad mit Fichtennadelöl).
4. Bewegen Sie sich - das tut gut!
"1000 Schritte sollst du tun!" Klar, der gemütliche Fernsehsessel lächelt Sie einladend an. Aktive Entspannung ist jedoch sehr wichtig. Gehen Sie nach der Arbeit und an den Festtagen regelmäßig an die frische Luft. So haben Sie die Möglichkeit, Kraft zu tanken und kommen anschließend gut gelaunt und mit neuem Elan zurück. Die Bewegung aktiviert Ihren Kreislauf und unterstützt Sie, überschüssiges Fett zu verbrennen.
5. Achten Sie auf Ihren Fokus, Ihre Wahrnehmung
Fangen Sie erst gar nicht an, sich darüber zu ärgern, wenn Ihr Essen leicht angebrannt ist oder Sie das dritte Jahr hintereinander von der Schwiegermutter einen Schlips geschenkt bekommen haben. Verbessern Sie dadurch die Situation und Ihre Stimmung? Nicht wirklich. Was Sie jedoch verbessern können, ist Ihre Einstellung dazu. Lächeln Sie stattdessen, sagen Sie sich innerlich: "Ist ja interessant." Sie werden sofort spüren, wie es Ihnen besser geht. Freuen Sie sich darüber, ein paar schöne Stunden mit Ihren Lieben verbringen zu können und seien Sie dankbar dafür.
Geschrieben am Dienstag, 15. Dezember 2009
Der Nicht-"Zauber"
Aufgabe: "Denken Sie jetzt bitte nicht an einen pinken Delphin, auf dem ein roter Hund sitzt, der einen gelben Piratenhut aufhat".
Und, was ist passiert? Sie malen sich die buntesten Bilder aus. Sehen: "pink - rot - gelb. Delphin - Hund - Piratenhut." Dazu haben Sie ein Schmunzeln auf den Lippen, schließlich begegnet Ihnen dieses Bild ziemlich selten. Sie werden das Bild auch nur sehr schwer wieder los. Obwohl Sie sich extra eingeschärft haben: "Nicht daran denken."
Das Unterbewusstsein versteht keine negativen Befehle (bzw. tut sich damit sehr schwer). Es kann das Wort ,nicht' nicht verarbeiten. Das bedeutet, dass vom eigentlichen Satz für uns nur noch übrig bleibt: "Denke bitte einmal an einen pinken Delphin…!" Und das wiederum klappt doch hervorragend! Oder?
Sie möchten als Anregung noch weitere Beispiele? Kein Problem. Das Bild, das Sie z.B. bei der Aussage "Ich will nicht dick sein!" erhalten ist welches? Genau, ein inneres Bild von Ihnen, wo Sie dick sind. Das Bild zu "Ich will nicht mehr rauchen!" sieht wie aus? Sie sehen sich, wie Sie eine Zigarette rauchen und prompt sind Sie auf den Geschmack gekommen und stecken sich eine an. Es tritt also genau das ein, was Sie eigentlich verhindern wollen.
TIPP: Machen Sie sich Folgendes klar: "Denken, sagen und tun Sie immer das, was Sie wollen und nicht das, was Sie nicht wollen." Wer seinem Kind gerade zu Weihnachten sagt: "Fass die Kerze nicht an!", braucht sich nicht zu wundern, wenn sich das Kind am Ende die Hände verbrannt hat. Deshalb achten Sie immer auf positive Formulierungen: "Das schaffe ich! Ich bin schlank." Oder aufs Kind bezogen: "Schatz, komm und spiele mit deinem neuen Spielzeugauto, das du zu Weihnachten bekommen hast."
Wir erhalten niemals die absolute Garantie, dass wir am Ende auch erfolgreich sind, nur weil wir positive Formulierungen verwenden. Die Wahrscheinlichkeit für einen Erfolg steigt jedoch signifikant an. Wer seinem Kind z.B. sagt: "Fall` bloß nicht hin", erhöht dessen Sturzwahrscheinlichkeit um das Fünffache! Oder der Ausruf: "Mach` bloß keinen Fleck aufs Hemd!" Komisch, plötzlich ist der Fleck da - auf dem nagelneuen Hemd. Wie von Geisterhand.
Auf eine Formel gebracht:
- Haben Sie ein positives Ziel, lösen Sie damit ein positives Programm aus.
- Konzentrieren Sie sich auf ein negatives Ziel, spulen Sie ein negatives Programm ab.
Geschrieben am Dienstag, 24. November 2009
Warum Spitzenleistungen
Der zukünftige Erfolg von Unternehmen wie auch der von Menschen folgt einer einfachen Regel: „Wer bereit ist, zukünftig Spitzenleistungen zu erzielen, der hat ihn. Wer nicht bereit oder fähig dazu ist, der fällt weg.“ Oder auf den Punkt gebracht: „Spitze sein, wenn`s drauf ankommt!“, lautet die Devise der Zukunft.
Früher reichte noch halber Einsatz für unseren Erfolg
Früher war es noch möglich gewesen, dass wir mit halbem Einsatz Erfolge erzielen oder zumindest noch halben Erfolg haben. Diese Zeiten sind inzwischen jedoch vorbei. Halber Einsatz heißt heute nicht mehr halber Erfolg, halber Einsatz heißt kein Erfolg mehr. Nur wer bereit ist, stets sein Bestes zu geben und Spitzenleistungen zu bringen, hat die Chance erfolgreich zu sein. Der Erfolg gilt dabei für alle Lebensbereiche. Dazu gehören auch unsere Gesundheit und unsere Beziehungen zu anderen Menschen.
Es fehlt an Energie
Heute sind viele Mitarbeiter gesundheitlich gar nicht in der Lage, ihre volle Leistung abzurufen. So gelten die Deutschen als das dickste Volk Europas. Knapp 2/3 der Männer und die Hälfte der Frauen sind übergewichtig. In der Moppel-Liga haben wir den Bauch vorn. Das wirkt sich natürlich auf die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter aus.
Dabei ist es leichter als gedacht, vom „Moppel Ich“ zum „Wohlfühl-Ich“ zu gelangen. „Erhöhen Sie beim Mittagessen in der Kantine die Gemüsebeilage und reduzieren Sie Kohlenhydrate wie Kartoffeln, Reis und Nudeln. So erhalten Sie mehr wichtige Nährstoffe, sparen Kalorien und vermeiden das anschließende „Suppenkoma“. Sie fühlen sich satt und gleichzeitig leistungsfähig. Und auf der Waage tut sich bereits nach kurzer Zeit etwas zu Ihren Gunsten.“
Greifen Sie im Meeting alternativ zu Keksen und Gebäck vermehrt zu Gemüsesticks aus Karotten, Paprika, Gurke, Kohlrabi, angereichert mit einem leckeren Quarkdipp zum Eintunken. Wählen Sie auch gerne ungeröstete Erdnüsse und weitere Nusssorten wie Wall- und Haselnüsse. Gerade jetzt zur Weihnachtszeit bieten sich leckere Alternativen an, die u.a. reich an wichtigen Omegafettsäuren sind. Diese erhöhen unsere Konzentration, stärken das Immunsystem und schützen uns vor Bluthochdruck und anderen Erkrankungen. Gemüse können Sie beliebig viel am Tag verzehren, bei Nüssen gilt eine Hand voll pro Tag.
Gerade in der kalten Jahreszeit wirkt Obst wahre Wunder. Vor allem zur Stärkung des Immunsystems und damit als Schutz vor der Grippe ist Obst aller Art besonders wertvoll. Äpfel sind hier besonders empfehlenswert. Sie lassen sich gut transportieren und auch zwischendurch gut essen, ohne sich Sorgen vor Obstflecken machen zu müssen. Schneiden Sie auch Obst wie Bananen, Birne, Äpfel in Ihr morgendliches Müsli. Selbst ein Zuckermüsli wird damit zu einer Gesundheits- und Leistungsquelle.
Freuen Sie sich, wenn Ihr Parkplatz weiter vom gewünschten Ziel (z.B. Arbeitsplatz, Kunde, Kino, Restaurant) entfernt liegt – am besten wählen Sie sogar gezielt einen weiter entfernten Parkplatz, der Sie zu einem kleinen Spaziergang auffordert. Auf diese Weise bauen Sie mehr Bewegung in Ihren Alltag ein und nehmen zusätzlich wichtigen Sauerstoff auf, der Ihren Körper mit purer Lebensenergie versorgt.
Verabreden Sie sich einmal die Woche mit Freunden, Kollegen, Verwandten zu einem gemeinsamen Sportabend. Was haben Sie früher gerne an Sport gemacht? Tennis, Squash, Krafttraining, Joggen, Aerobic? Finden Sie den richtigen Sport für sich und bringen Sie gerne ein wenig Abwechslung ins Spiel. Gemeinsam mit anderen macht es richtig Spaß. Finden Sie einen festen Termin pro Woche, so überwinden Sie Ihren Schweinehund und es fällt Ihnen viel leichter, Sport zu treiben.
Präsentismus, Depressionen und Burnout
Hinzu kommt, dass neben der körperlichen Beeinträchtigungen die psychischen Erkrankungen eine immer größere Bedeutung einnehmen. Depressionen und Burnouts nehmen signifikant zu. Zwar sind die Fehltage in Unternehmen so niedrig wie nie, dafür wird der „Präsentismus“ – also die Tatsache, dass Mitarbeiter trotz Krankheit am Arbeitsplatz sind - zum teuren Problem. Präsentismus gilt heute als größter Produktivitätsverlust im Bereich Human Resources. Laut amerikanischer Studie gehen 75 % der verlorenen Arbeitsstunden darauf zurück, während nur 25 % auf die Fehltage entfallen.
Tipp: Kurieren Sie sich aus, wenn Sie eine starke Erkältung oder die Grippe Sie erwischt hat. Ja, zu Spitzenleistungen gehört auch die Entspannung. Nur das gesunde Verhältnis von An- und Entspannung lässt uns regelmäßig Spitzenleistungen erzielen. Es bringt weder Ihnen noch dem Unternehmen etwas, wenn Sie krank am Arbeitsplatz aktiv sind. Sie schädigen langfristig Ihre Gesundheit, stecken ggf. gesunde Kollegen an und schaden dem Unternehmen. Kein Job und Kunde sind es wert, seine Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Schlafen Sie genug, trinken Sie mehr als sonst in Form von Wasser und Tee. Erhöhen Sie Ihre Vitamin C-Aufnahme, indem Sie vermehrt zu Obst greifen (Äpfel, Kiwis, Orangen, Zitrone…). Die heiße Zitrone sollte nicht zu heiß sein – das Wasser darf nicht kochen - da das Vitamin C aus der Zitrone hitzeempfindlich ist und ansonsten zerstört wird. Auch im gesunden Zustand eignen sich diese Tipps zur Vorbeugung.
Doping der richtige Ausweg?
Wussten Sie, dass heute bereits jeder fünfte Arbeitnehmer bereit ist, regelmäßig Pillen zu schlucken, um dem wachsenden Leistungsdruck und der Arbeitsverdichtung gewachsen zu sein? Laut eines Berichts der DAK haben bereits ca. zwei Millionen gesunde Bundesbürger schon einmal Leistung und Laune mit Medikamenten gesteigert. 800.000 schlucken die Pillen – Amphetamine wie z.B. Ritalin, Medikamente gegen Demenz oder Depressionen - regelmäßig. Über die langfristige Wirkung von Zigaretten, Alkohol und zu viel Kaffee denkt heute sowieso keiner mehr nach. Ist die nächste Stufe der tägliche Griff zur Pille, um unseren Alltag erfolgreich zu bewältigen? Die Pille, das neue Grundnahrungsmittel!?
Spitzenleistungen auch ohne Doping
Dass Spitzenleistungen auch auf „natürlichem Wege“ erreichbar sind, lebe ich selbst vor und gebe dazu viele wertvolle und sofort umsetzbare Tipps in meinen Vorträgen und Seminaren. Ich bin als bekennender Extremsportler, Nicht-Kaffeetrinker, Antialkoholiker und Nichtraucher fest davon überzeugt: „Wenn wir immer nur das tun, was wir schon immer getan haben, erreichen wir auch bestenfalls nur das, was wir schon immer erreicht haben. Und das sind durchschnittliche Ergebnisse und eine niedrige Lebensqualität aufgrund fehlender Leistungsbereitschaft und niedriger Leistungsfähigkeit.“
Der Körper braucht pro Kilogramm Körpergewicht mindestens 40ml Flüssigkeit. Am besten in Form von Wasser. Wasser ist pures Leben, der Körper besteht zu über 60 % daraus. Wir trinken heute jedoch zu viel Zuckerwasser in Form von Limo, Coke und gesüßten Kaffee und Tee. 2 % Flüssigkeitsverlust bedeuten dabei bereits 10% Konzentrationsverlust. Stellen Sie sich morgens zwei volle Flaschen Wasser im Büro auf Ihren Tisch und trinken Sie stündlich ein Glas Wasser von 0,1 Liter. So schaffen Sie über den Tag die zwei Flaschen und erreichen, dass Ihr Körper über den Tag ausgezeichnet mit Sauerstoff versorgt wird, da die Fließeigenschaften des Blutes verbessert werden. Das spüren Sie langfristig in Form von mehr Lebensenergie. Trinken Sie selbst bisher viel zu wenig, steigern Sie Ihr Trinkverhalten bitte langsam. Trinken Sie z.B. in der ersten Woche pro Tag 0,2 Liter mehr, verteilt über den Tag. In der zweiten Woche dann täglich nochmals 0,2 Liter mehr. Ihr Körper muss sich daran anpassen, dass Sie ihm etwas Gutes tun wollen.
Wir brauchen keine Pillen, um „runter zu kommen“ oder uns in einen „Spitzenzustand“ zu versetzen. Das können wir auch sehr gut über Musik erreichen. Wie fühlen Sie sich, wenn Sie im Radio Ihren Lieblingssänger (z.B. Robbie Williams) oder Ihre Lieblingssängerin (z.B. Rihanna) hören? Sie verbinden damit sofort positive Emotionen, z.B. rhythmisches Mitsingen, -klatschen und -bewegen, Gänsehautstimmung. Hören Sie also in Zukunft vor einem wichtigen Termin gute Musik – am besten laut. Sie motiviert sie und löst gute Laune aus. Der Termin verläuft nach Ihren Wünschen. Wenn Sie abends Probleme haben, „herunter zu kommen“ und z.B. einzuschlafen, können Sie auch hier Musik hören. Besonders gut eignet sich dabei entspannende Musik. Das kann Klassik oder auch langsamere Chartmusik sein, die Sie etwas leiser hören. Schnell spüren sie eine entspannende, angenehme Wirkung.
Achten Sie zukünftig vermehrt darauf, Ihren Fokus auf die positiven Dinge in Ihrem Leben zu lenken. Unsere Wahrnehmung ist heute leider bevorzugt negativ orientiert. Wir gelten als das Jammervolk Nr. 1 weltweit. Immer fällt uns das auf, was alles nicht passt: der kleine Kratzer am vorderen Kotflügel im ansonsten makellosen Lack, der eine Kommafehler im Kundenangebot, die einzige 4 im Zeugnis der Tochter, das buchstäbliche Haar in der Suppe… Wir schauen immer auf das, was nicht funktioniert, was schlecht läuft und insbesondere auch auf das, was wir nicht besitzen. Der „Jammerlappen“ ist bei uns sehr stark ausgeprägt. Hinzu kommt, dass neun von zehn Nachrichten in Funk, Fernsehen und Zeitungen negativ sind. Hier wird über den schrecklichen Unfall berichtet, dort werden wieder 1.000 Menschen entlassen. Menschen, die verstärkt auf die negativen Dinge im Leben achten, entwickeln mehr und mehr eine negative Grundhaltung, die sich durch ihr ganzes Leben zieht. Die Umwelt wird mit der Zeit zum Spiegelbild der eigenen Person. Menschen, mit einer positiven Grundhaltung haben dagegen mehr Selbstbewusstsein, mehr Mut und sind vor allem weitaus erfolgreicher. Sie sind gesünder, leben länger und haben erfülltere Beziehungen. Sie achten verstärkt darauf, was sie haben, was sie können, freuen sich bereits über kleine Erfolge, nehmen Misserfolge nicht so ernst und schauen positiv in die Zukunft. Auch diese Menschen scheitern das eine oder andere Mal. Sie gehen jedoch gestärkt daraus hervor und sagen sich z.B.: „Jetzt erst Recht. Beim nächsten Mal klappt es. Ich glaube an mich. Ich schaffe es.“
Täglich ein kleiner Schritt
Es gilt, täglich an sich zu arbeiten – körperlich und geistig – und jeden Tag nur ein kleines bisschen besser zu werden. Wiederholen wir täglich nur ein und denselben kleinen Fehler, so führt das in der Summe zu einem miserablen Ergebnis. Wiederholen wir jedoch täglich eine kleine, zielorientierte und effektive Handlung, so steigern wir unseren Erfolg. Der berufliche Erfolg steigt, wir werden gesünder, unsere Beziehungen verbessern sich. Die Grundvoraussetzung ist jedoch, selbst ins Handeln zu kommen. Viele warten ihr Leben lang auf den Lift nach oben, statt die Treppe zu nehmen. Diese ist jedoch viel gesünder. Nur wer handelt, kann gewinnen!
Wenn Sie täglich darauf achten, einen Kaffee durch ein Glas Wasser zu ersetzen, statt des Fahrstuhls vermehrt die Treppe zu nehmen, statt der zweiten Portion Kekse zu ein paar Gemüsedips zu greifen und statt Bilder des Scheiterns sich Bilder vom erfolgreichen Geschäftsabschluss zu machen, werden Sie Schritt für Schritt erfolgreicher, gesünder und leistungsfähiger. Das Ganze vermischt mit einer kräftigen Prise Spaß ergibt einen lecker schmeckenden Spitzenleistungsshake.
Interview
Geschrieben am Mittwoch, 19. Januar 2011
Interview: Handball Nationalspieler Dominik Klein
Aktuell findet in Schweden die Handball WM 2011 statt. Die deutschen Jungs sind ebenfalls dabei. Einer von ihnen ist Dominik Klein, Leistungsträger beim Rekordmeister THW Kiel. Ihm gelang das einmalige Kunststück, in einer Saison vier Titel zu gewinnen – DHB Pokalsieger, Deutscher Meister, Champions League Sieger und Weltmeister beim deutschen „Wintermärchen“.
Ein absolutes Musterbeispiel für ein 75er (Optimist) ist Dominik Klein. Dominik ist Optimist durch und durch und immer gut drauf. Mit seiner positiven Stimmung und Begeisterung für den Handballsport infiziert er regelmäßig seine Mitspieler.
Im Interview mit Dominik wird dir sehr schnell deutlich, was einen 75er wie Dominik auszeichnet. Er liebt den Handballsport über alles – den Wettkampf und auch das Training. Anstatt sich von den Stärken der Gegner einschüchtern zu lassen, schaut er auf seine eigenen Stärken und ist überzeugt, Erfolg zu haben. Druck motiviert ihn zusätzlich. Selbst bei der EM 2010, bei der ihn der Nationaltrainer Heiner Brand fünf Tage vor dem Turnier aus dem Aufgebot strich und Dominik zu Hause blieb und vor dem Fernseher das Turnier verfolgte, quakte er nicht. Anstatt andere für diese Niederlage verantwortlich zu machen, übernahm er die Verantwortung und suchte die Schuld bei sich. Er hinterfragte sich und fand schnell in die Erfolgsspur zurück. So ist er bei der WM 2011 wieder fester Bestandteil der Mannschaft.
Matthias:
Was ist deine Motivation für deinen Sport? Warum spielst du Handball?
Dominik:
Ich bin in einer Handballerfamilie aufgewachsen. Mama hat mich bei den Minis trainiert. Papa bei der Jugend. Mein Vorbild war mein sechs Jahre älterer Bruder. Ich wollte immer so werden wie er. Er war damals der Kapitän der Jugendnationalmannschaft. So gut wie er wollte ich auch werden. Er hat mich dann in der erweiterten Jugend trainiert und zum Leistungssport bewegt.
Ich habe früher alle möglichen Sportarten ausprobiert: Tischtennis, Fußball, Turnen, Leichtathletik. Aber über den familiären Hintergrund bin ich dann beim Handball geblieben. Wir haben nur zwei Straßen von der Handballhalle entfernt gewohnt. Jede freie Minute habe ich damals in der Halle verbracht. Die Motivation ist ständig da gewesen, den Ball ins Tor zu werfen.
Matthias:
Was fällt dir im Training schwer? Wie motivierst du dich im Training, wenn z.B. eine Übung ansteht, zu der du keine Lust hast?
Dominik:
Ich will mich immer weiter entwickeln und auch von den anderen stetig lernen. Das macht mir Spaß, dafür fahre ich gerne in die Halle. Mit 17 Jahren bin ich zu Wallau Massenheim gewechselt und dann täglich 90 Kilometer (einfache Fahrt) gefahren. Ich hatte nie das Gefühl: „Oh, jetzt fährst du schon wieder dahin.“ Und jedes Mal auf dem Rückweg nach Hause habe ich mir gesagt: „Hey, heute hast du wieder was dazugelernt. Perfekt.“ Die Motivation war immer da. Und das Training gehört dazu, ich brauch das.
Es macht auch Spaß, immer neue Reize zu setzen. So merke ich, dass ich eine Entwicklung spüre, dass ich wachse und weiterkomme. Solange ich das spüre, habe ich keinerlei Probleme mit irgendwelchen Aufgaben und Übungen im Kraft- oder Handballbereich.
Matthias:
Mit welchem Ziel gehst du in ein Spiel?
Dominik:
Das sind ganz unterschiedliche Ziele. Da steht zum einen, die Aufgaben, die man in der Mannschaft hat, zu erfüllen. Wenn ich dem Trainer bestätige, dass es richtig war, mich aufzustellen, dann habe ich schon vieles erreicht. Wenn ich dann die Aufgabe mal nicht löse, weiß ich, woran ich arbeiten muss. Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, Emotionen zu zeigen. Ich bin jemand, der Leidenschaft beim Spiel zeigt. Ich spiele bei einem der besten Vereine der Welt und bei Heimspielen vor 10.250 Fans. Da will man was zurück geben. Ich brenne bei jedem Spiel auf einen Sieg, und darauf, Teil der Mannschaft zu sein.
Matthias:
Arbeitest du mehr an deinen Schwächen oder an deinen Stärken? Warum?
Dominik:
Beides ist sehr wichtig. Ich arbeite immer an mir. Neue Wurfvarianten zu erlernen, von anderen zu lernen und das in mein Spiel zu integrieren. Aber natürlich hinterfrage ich mich selbst auch nach einem Spiel. „Was hast du falsch gemacht? Wieso hast du den Wurf nicht so gemacht?“ So arbeite ich an meinen Schwächen.
Matthias:
Welche Bedeutung hat das mentale Training für dich? Welche inneren Bilder machst du dir?
Dominik:
Ich arbeite mit einem Coach zusammen. Es hilft mir weiter. Es geht darum, zu hinterfragen, wie man sich gefühlt hat, wenn etwas positiv lief. In welchem Zustand war ich da? Wie komme ich da wieder hin? Durch dieses hinterfragen, die Gespräche und Telefonate sehe ich leichter, wo ich ansetzen kann.
Matthias:
Welche Ziele willst du im Handball noch erreichen?
Dominik:
Olympia in Peking war schon ein Highlight. Eine weitere Olympia-Teilnahme zusammen mit meiner Frau zu erleben, das wäre das absolute Highlight. Als die Übertragungen der Medaillenübergabe aus Vancouver 2010 im Fernsehen liefen, gingen die Emotionen schon hoch. Das wäre der absolute Hammer, bei Olympia eine Medaille zu holen. Aber jetzt zählen erst einmal die kurzfristigen Ziele, wieder langfristig fester Bestandteil im Nationalteam zu sein. Dann kommt das andere ganz automatisch.
Mehr zu Dominik Klein unter www.dominikklein.com.
Geschrieben am Montag, 29. November 2010
Interview mit Olympiasieger Felix Loch
Felix Loch ist deutscher Rennrodler und der legitime Nachfolger vom dreifachen Olympiasieger Georg Hackl (Hackl Schorsch). 2008 wurde Felix mit 18 Jahren der jüngste Weltmeister aller Zeiten im Einsitzer. 2010 gewann er in beeindruckender Weise auf der Olympiabahn in Whistler Gold und ist mit 20 Jahren der jüngste Rodel-Olympiasieger aller Zeiten im Einsitzer. Noch höher anzurechnen ist Felix Leistung, wenn Sie bedenken, dass er im Wettkampf mit bis zu 150 km/h eine Eisbahn runter schoss, auf der wenige Tage zuvor ein georgischer Athlet ums Leben kam.
Felix selbst stürzte im November 2008 auf der Olympiabahn schwer und hat heute noch gelegentlich Schmerzen aufgrund dieses Sturzes. „Sein größtes Plus ist seine mentale Stärke. Das ist Wahnsinn, wie cool der Hund ist", erklärt Hackl Schorch Felix Stärke, alle störenden Faktoren ausblenden zu können. Angst kennt Felix nicht. Mehr zu Felix hier.
Matthias:
Welches sind deine drei wichtigsten Erfolgseigenschaften, die dich so erfolgreich machen?
Felix:
Ich mache mir meinen Druck selbst und lasse mir gleichzeitig keinen Druck von außen machen. Ich bin zum richtigen Zeitpunkt topfit und kann mich auf den Punkt konzentrieren.
Matthias:
Wie viele Male fährst du vor einem Wettkampf die Originalbahn real hinunter? Wie viele Male mental?
Felix:
Im Schnitt sind es sieben Trainingsfahrten. Mental sind es etwa drei Mal so viele, also ca. 21 Mal.
Matthias:
Wie motivierst du dich zum Training, wenn du z.B. etwas trainierst, wozu du keine oder nur wenig Lust hast?
Felix:
Training fällt mir nie schwer. Es ist immer eine super Ablenkung zu meiner Ausbildung und macht Spaß.
Matthias:
Arbeitest du mehr an deinen Schwächen oder an deinen Stärken? Warum?
Felix:
Ich arbeite an allen! Stärken noch mehr stärken und Schwächen immer mehr verringern.
Matthias:
Wie gehst du mit Rückschlägen um? Z.B., wenn der erste Lauf schwach ist oder gar der ganze Wettkampf in die Hose geht?
Felix:
Das wurmt mich schon ein bisschen, aber nach dem Rennen ist vor dem Rennen und meistens weiß ich eh, was ich falsch gemacht habe und ärgere mich kurz danach nur selber über mich. Das ist aber schnell vorbei.
Matthias:
Welche der für deine sportliche Karriere wichtigen Fähigkeiten kommen dir auch im »normalen« Leben zugute?
Felix:
Dass ich nicht sofort aufgebe, wenn mal was nicht auf Anhieb funktioniert.
Matthias:
Welche Ziele willst du im Rodelsport noch erreichen? 2010/11 und generell?
Felix:
Gewinn des Gesamtweltcups und viele weitere Siege.
Matthias:
Hast du ein Lebensmotto? Wenn ja, wie lautet es?
Felix:
Zufriedenheit ist der erste Rückschritt!
Geschrieben am Dienstag, 05. Oktober 2010
Interview mit Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner
Trifft Magdalena Neuner in jedem Biathlonwettkampf alle Scheiben beim Schießen? Keineswegs. Mit 76 % durchschnittlicher Trefferquote seit ihrem Weltcupdebüt belegt Lena einen Platz im Mittelfeld. Lena schoss lediglich in drei Rennen fehlerfrei - bei 119 Starts. In allen anderen Rennen schießt sie mindestens einmal daneben. Dennoch ist Lena die weltbeste Biathletin. Warum?
Weil sie sich auf ihre Stärke Laufen konzentriert und darauf achtet, dass das Schießen keine unbezwingbare Hürde wird. Würde sie zu viele Fehler schießen, könnte sie diese trotz ihrer überragenden Laufleistung nicht mehr ausgleichen und würde Platzierungen im Mittelfeld erreichen. Deshalb arbeitet Lena auch im Training daran, ihre Schießleistungen zu optimieren. Lena wird niemals die beste Schützin im Weltcup, das braucht sie auch nicht zu sein. Würde sie noch mehr Zeit und Energie in das Schießtraining investieren, würde ihre Laufstärke darunter leiden.
Matthias:
Was ist deine Motivation für deinen Sport? Warum machst du Biathlon?
Magdalena:
Mit 14 Jahren habe ich bereits in der Schule gesagt, dass ich einmal Profibiathletin werde. Mir macht Biathlon einfach unglaublich Spaß. Und solange ich den Spaß und die Freude daran habe, habe ich auch die Motivation, mich im Training zu schinden - gerade in den schweren Tagen, die im Training natürlich auch ab und zu warten.
Matthias:
Was ist aus deiner Sicht entscheidend mit verantwortlich dafür gewesen, dass du 2007/2008 als bisher jüngste Sportlerin den Gesamtweltcup gewinnen konntest?
Magdalena:
In erster Linie, weil ich die meisten Weltcuppunkte gewinnen konnte. ;-) Ich war zu der Zeit noch relativ unbefangen. Ich war gesund, hatte Spaß, aus dem sich ein richtiger Lauf entwickelte, was die Rennergebnisse betraf. Es war natürlich auch hartes, hartes Training den ganzen Sommer über und auch im Winter. Sieger im Winter werden halt im Sommer gemacht.
Matthias:
Arbeitest du mehr an deinen Schwächen oder an deinen Stärken? Warum?
Magdalena:
Sowohl als auch. Wenn ich nur an meinen Schwächen arbeite, wird es irgendwann langweilig und schwierig, mich im Training zu motivieren. Ich brauche natürlich auch das Erfolgserlebnis im Training. Da wäre es der falsche Weg, wenn ich mich nur auf meine Schwächen konzentriere und die Stärken, die ich habe, außen vorlasse. Es muss eine Balance da sein. Wenn ich meine Stärken vernachlässige, wird unter Umständen daraus relativ schnell eine Schwäche.
Matthias:
Was war rückblickend diese Saison 2009/2010 anders im Vergleich zur letzten Saison, was maßgeblich dazu beigetragen hat, dass die Saison die erfolgreichste deiner Karriere wurde?
Magdalena:
Ich habe konsequent einen neuen Weg eingeschlagen. Ich habe gesagt: „Bis hier her und nicht weiter, was öffentliche Auftritte betrifft.“ Ausdauersport verlangt mehr Training als andere Sportarten. Ich trainiere 6-8 Stunden am Tag, sechs Tage die Woche - Ausdauertraining, Krafttraining, regeneratives Training, Schießen. Der Tag ist so voll, dass fast keine Zeit für andere Dinge bleibt. Bei zu vielen Terminen zollt der Körper irgendwann Tribut. Das war bei mir der Fall. Ich wurde krank und war vor allem im Kopf müde.
Ich entschied vor der Saison: „Ich werde Olympiasiegerin.“ Das habe ich offen formuliert, wohl wissend, dass es auch schief gehen könnte. Ich habe dem Ziel Olympiasieg alles untergeordnet und mich auf das Ziel konzentriert. Dass es darüber hinaus zum Gesamtweltcupsieg gereicht hat, war ein positiver Nebeneffekt, weil die Form nach Vancouver noch passte und die Motivation da war.
Das komplette Interview lesen Sie hier:
Mehr zu Magdalena Neuner unter www.magdalena-neuner.de.
Geschrieben am Montag, 23. August 2010
Interview mit Siebenkämpferin Jennifer Oeser
- (2. Platz, WM 2009; 3. Platz, EM 2010)
Über zwei Tage und sechs Disziplinen hat sie bei der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin gekämpft. Jennifer Oeser, deutsche Siebenkämpferin, liegt vor dem abschließenden 800m-Lauf auf einem hervorragenden dritten Platz. Eine Medaille und damit ihr bisher größter internationaler Erfolg sind zum Greifen nah. Ihr Trainer sagt scherzhaft vor dem Rennen: "Dich kann jetzt nur noch ein Sturz stoppen." Und tatsächlich: rums, da legt’s sie nieder. 450m vor dem Ziel spürt sie einen Schlag gegen ihre Beine und fliegt auf die Nase. 51.000 Menschen im Stadion schreien schockiert auf, ahnen Fürchterliches.
Doch anstatt liegen zu bleiben, über die Ungerechtigkeit zu weinen und anderen die Schuld für ihr Scheitern in die Schuhe zu schieben, springt sie sofort wieder auf und läuft um ihr Leben. Mit Erfolg - eine Läuferin nach der anderen sammelt Jennifer wieder ein. Als vierte des Laufs kommt sie schließlich ins Ziel und erkämpft sich spektakulär noch die Silbermedaille.
Dieser Erfolg bestätigt die beeindruckende Kraft der Gedanken: Gewonnen wird im Kopf, verloren auch. Jemand der gewinnen will, kann sich im Moment der drohenden Niederlage unglaublich gut selbst motivieren und eine enorme Kraft daraus entwickeln. Jennifer hatte keine Zeit lange zu überlegen. Sie musste sofort eine Entscheidung treffen. In 90 % der Fälle bleibt der Gestürzte jedoch liegen. Jennifer hingegen stand auf, bündelte alle Kräfte und gab für sich und das Publikum nochmal alles - ohne die Garantie auf Erfolg. Dafür wurde sie mit Silber und stehenden Ovationen belohnt.
Matthias:
Wie wichtig sind Disziplin und Ausdauer in deinem Sport?
Jennifer:
Sehr wichtig. Es gibt viele Quäleinheiten: Tempoläufe oder die 800m am Ende eines Wettkampfs. Klar muss ich mich aufraffen, zum Training zu gehen, wenn mir alles weh tut und ich Muskelkater habe. Dann habe ich mein Ziel vor Augen und reiße mich zusammen. ... Für mich ist es wie der Gang zur Arbeit, auch wenn mir alles wehtut. Ich jammere auch schon mal. Doch durch die Gruppe werde ich mitgerissen. Die haben auch Schmerzen.
Matthias:
Was dachtest du, als du 450m vor dem Ziel gestürzt bist?
Jennifer:
Gar nichts. ... In dieser Situation habe ich kein einziges Mal daran gedacht, dass ich es nicht mehr schaffen könnte. Von meinem Gefühl waren die 2m vor mir. ...Mein Gedanke war: "Die Medaille schaffe ich noch und hauptsache, ich lande vor der Polin." Die ersten 300m waren schlimmer, da dachte ich eher noch: "Oh Gott, noch 500m. Ich kann nicht mehr." Nach dem Sturz hatte ich das Gefühl überhaupt nicht mehr. Die Gedanken vor und nach dem Sturz waren komplett umgedreht. Nach dem Sturz habe ich gedacht: "Das schaffst du auf jeden Fall noch."
Zu Jennifers Erlebnis passt folgendes Zitat: "Jede große Niederlage birgt den Keim eines noch größeren Erfolges in sich!" (Jean-Jacques Rousseau) Hier zeigt sich, dass ein Sturz, ein Rückschlag, eine Niederlage im Nachhinein betrachtet gut gewesen sein kann.
Sie sehen: Es lohnt sich immer bis zum letzten Moment zu kämpfen und einmal mehr aufzustehen als hinzufallen. Denn in den meisten Fällen werden Sie dafür mit Erfolg belohnt. Nur wer frühzeitig aufgibt, hat bereits verloren und wird niemals erfahren, ob er es nicht vielleicht doch noch hätte schaffen können. Kurzfristig am Boden zu liegen ist keine Schande, jedoch, aufzugeben und liegen zu bleiben.
Übrigens gewann Jennifer Anfang August bei der Leichtathletik EM in Barcelona mit neuer persönlicher Bestleistung die Bronzemedaille. In vier der sieben Disziplinen konnte sie neue Bestleistungen aufstellen. Und alles ohne Sturz! HERZlichen Glückwunsch!!
Mehr zu Jennifer Oeser unter www.jenniferoeser.de
Geschrieben am Mittwoch, 02. Juni 2010
Interview mit Gedächtnisweltmeister und Bestseller-Autor Dr. Gunther Karsten
Im September 2007 wurde Dr. Gunther Karsten Gedächtnisweltmeister. Darüber hinaus ist er achtfacher Deutscher Gedächtnismeister und mehrfacher Gedächtnis-Weltrekordhalter. So merkt er sich z.B. innerhalb von 60 Minuten eine willkürliche Abfolge von fast 1.950 Dezimalziffern (543264533...). In einer Minute schafft er beeindruckende 102 Ziffern.
Sein Können zeigt Dr. Gunther Karsten regelmäßig in Funk und Fernsehen: Z.B. wurden in der Grips-Show mit Günther Jauch Millionen verblüfft, als Verona Pooth nach nur zwei stündigem Live-Gedächtnistraining mit Dr. Gunther Karsten eine fantastische Gedächtnisverbesserung von weit über 100 % erzielte!! Außerdem ist Dr. Gunther Karsten Bestsellerautor (u.a. Lernen wie ein Weltmeister). Mehr Infos finden Sie unter www.memovision.de
Matthias Herzog
Was ist deine Motivation für deinen Sport? Warum betreibst du Gedächtnissport?
Dr. Gunther Karsten
Meine Motivation war herauszufinden, welche Möglichkeiten es noch für mein immer älter werdendes Gehirn gibt. Ich war sehr erstaunt, was mit diesen Techniken und durch regelmäßiges Training möglich ist. Sehr früh hat es Spaß gemacht, bei Wettkämpfen zu gewinnen. Das Messen mit anderen, was ich als Jugendlicher im Körpersport gemacht habe, jetzt im geistigen Bereich zu tun, bringt Spaß.
Matthias Herzog
Du bist bereits 8 Mal deutscher Meister geworden? Wie motivierst du dich immer wieder aufs Neue, das nochmals zu erreichen? Wird es nicht langweilig?
Dr. Gunther Karsten
Das Gedächtnistraining bringt mir Spaß, aber im Hochleistungsbereich muss ich mich auch manchmal zum Training zwingen.
Das Thema Motivation ist ein kritischer Punkt, vor allem, weil Verbesserungen immer schwieriger werden und kaum noch bzw. teilweise gar nicht mehr da sind.
Ich motiviere mich dadurch, dass ich ganz bestimmte Ziele anstrebe und darauf hinarbeite und sehr überzeugt bin, diese auch erreichen zu können. Auf diese Erfolge kann ich mich bereits freuen, da ich meinen Geist kenne und ungefähr weiß, was ich einsetzen muss, um bestimmte Ziele zu erreichen. Darüber hinaus spielt die extrinsische Motivation eine Rolle, wie Publicity, Schulterklopfen, Stolz der Ehefrau und der Kinder, wenn ich gewinne.
Matthias Herzog
Was fällt dir im Training schwer? Wie motivierst du dich zum Training, wenn du z.B. etwas trainierst, wozu du keine oder nur wenig Lust hast?
Dr. Gunther Karsten
Die Übung, die ich gar nicht mag, ist "Namen und Gesichter". Da bin ich im Vergleich zu den Besten nur Durchschnitt. Das könnte ich sehr intensiv trainieren, es macht mir jedoch überhaupt keinen Spaß.
Der Spaß ist sehr wichtig. Den darf ich mir nicht zerstören lassen, indem ich mich zu sehr auf meine Schwäche konzentriere. Es gilt ein gutes Mittelmaß zu finden. Meine Schwäche bei Namen und Gesichtern auszumerzen würde viel Kraft auf Kosten des Spaßes bedeuten. Ich konzentriere mich mehr auf meine besten Disziplinen und gucke, dass ich bei diesen noch stärker hervorstechen kann und wertvolle Punkte gewinne. Da sind die Motivation und Wahrscheinlichkeit groß, dass ich dort gewinnen kann. Wenn ich bereits im Training merke, dass ich mich auf Weltrekordniveau bewege, bringt das einfach Freude. Wenn ich mich bei meiner Schwäche um 20 % verbessere, weiß ich immer noch, dass ich mich auf Mittelmaßniveau bewege.
Matthias Herzog
Was ist aus deiner Sicht entscheidend mit verantwortlich dafür gewesen, dass du 2007 Gedächtnisweltmeister wurdest?
Dr. Gunther Karsten
Sehr wichtig war eine befreite Einstellung zu haben. Natürlich war es ein Ziel Weltmeister zu werden. Das war es jedoch auch bereits die Jahre davor. Ich war auch mehrmals knapp davor. 2007 ließ ich los und sagte mir: "Ich muss es nicht unbedingt werden." Ich will einfach Spaß haben, meine Bestleistung bringen. Ob es reicht oder nicht, zeigt sich.
Es war sicher auch eine gute Strategie, dass ich mir vorher Gedanken dazu gemacht habe, was ich wohl unter Druck erreichen kann. Das richtig einzuschätzen und nicht übermäßig zu riskieren, also ein oder zwei katastrophale Ergebnisse zu produzieren, war sehr wichtig.
Matthias Herzog
Wie hältst du im Wettkampf, der mindestens über zwei Tage geht, das gesunde Verhältnis von An- und Entspannung?
Dr. Gunther Karsten
Die WM geht sogar über drei Tage. Ich genieße es, nach einer Disziplin abzuschalten. Ich jongliere, höre entspannende Musik, meditiere. Dadurch entspanne ich, gönne meinem Geist Ruhe. Wichtig ist auch das mentale Abhaken einer Disziplin. Ich vermeide bei der neuen Disziplin weitestgehend, daran zu denken, wie die vorherige Disziplin gelaufen ist - was ich da falsch gemacht habe. Es gilt, das alte total abzuhaken und mich auf das Neue zu konzentrieren.
Matthias Herzog
Wie gehst du mit Rückschlägen um? Z.B., wenn eine Disziplin überhaupt nicht läuft wie gewünscht? Wie hakst du das ab?
Dr. Gunther Karsten
Rückschläge verarbeite ich über kognitive Prozesse, in denen ich mir die Bedeutungslosigkeit klar mache. Es gibt viel wichtigere Dinge im Leben als diese eine Disziplin oder diesen Wettkampf, auch wenn es eine Weltmeisterschaft ist. Ich genehmige mir einen Blick von oben (Metabene), anstatt mich fertig zu machen, warum ich den und den Fehler gemacht habe. Es ist so unnütz und destruktiv, sich über die Probleme, die ich hatte und die Fehler, die ich gemacht habe, weiter Gedanken zu machen. Ich nehme in meinem Geist so gut wie möglich Einfluss auf das emotionale System - klar ist es schwierig. Meistens schaffe ich es glücklicherweise. Ich setze mir mental ein STOPP-Signal und sage mir: "STOPP. Hake es jetzt ab!"
Außerdem freue ich mich und konzentriere mich auf das, was ich gemacht und erreicht habe. Das gelingt meistens, nicht immer. Manchmal denke ich noch in der Nachfolgedisziplin über Probleme und Fehler der vorherigen Disziplin nach. Jede Sekunde, die ich dadurch verliere, ist katastrophal und verschwendete Zeit, aber in der Regel schaffe ich es, mein Gefühlsleben unter Kontrolle zu haben - mich neu auf die neue Aufgabe zu konzentrieren.
Matthias Herzog
Du merkst dir in einer Stunde eine willkürliche Abfolge von fast 2.000 Dezimalziffern (bis Nov. 2009 Weltrekord mit 1.949). Jeden, den du fragst, ob sowas möglich ist, sagt im ersten Moment: "Geht nicht. Unmöglich. Blödsinn." Viele Menschen haben schon mit mehr als 7 Ziffern Probleme. Wie befreist du dich von inneren Grenzen ("Das ist unmöglich, sich so viel zu merken!").
Dr. Gunther Karsten
Ich habe mir über die Jahre im Kopf Beschränkungen aufgebaut - mentale Grenzen, bei denen ich meine, nicht darüber hinaus zu kommen. Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein, muss ich mich von diesen Grenzen befreien. Ich werde im Training Sachen versuchen, die ich vorher noch nie probiert habe: mich also nicht nur um 1- 2% zu steigern, sondern einen Sprung um 10-20% zu machen. Das werde ich natürlich nicht sofort schaffen. Ich werde es jedoch mehrfach versuchen, in der Hoffnung, mit großen Sprüngen in die Richtung zu kommen. Es mag in der einen oder anderen Disziplin gelingen, in anderen sicher weniger. ... Das geht schneller, als mich über 1-2%-Steigerungen heranzuarbeiten. Nach dem Motto: "Setze dir utopische Grenzen, um realistische zu erreichen"
Außerdem schaue ich auf andere. Es hat sich bereits häufiger gezeigt, dass ein Weltrekord drastisch überboten wurde. Das ist ein Zeichen für mich und die anderen, dass es geht. Es ist heute möglich, sich z.B. 400 Ziffern in fünf Minuten zu merken. Vor drei Jahren dachten wir, dass es zehn bis 15 Jahre dauern würde, bis jemand soweit sein wird.
Matthias Herzog
Welche Ziele willst du im Gedächtnissport noch erreichen?
Dr. Gunther Karsten
Bisher hat noch kein Mensch die 8.000-Punkte-Hürde geschafft. Das ist ein schönes Ziel - und für mich durchaus erreichbar. Und dann noch 2 oder 3 Weltrekorde in meinen Paradedisziplinen. Auf jeden Fall möchte ich auf der Weltmeisterschaft 2010 unter die ersten zehn kommen, am besten unter die ersten 3. Wenn es richtig gut läuft, erster werden. Und mit Deutschland wieder Team-Weltmeister-Titel holen (hierfür werden die 3 Besten jeder Nation gewertet). ...
Matthias Herzog
Welches Lebensmotto hast du?
Dr. Gunther Karsten
Japanischer Spruch: Versuche dich täglich zu verbessern! (Kaizen-Lebensphilosophie)
Buchempfehlung: Lernen wie ein Weltmeister
Wir sind auf unser Gedächtnis angewiesen wie keine zweite Spezies. Jede Minute filtern, verknüpfen und verwerten wir Informationen. Unser Gedächtnis ist wie ein Großrechner, dessen Zugang manchmal blockiert oder dessen Speicher erschöpft zu sein scheint. Mitnichten!
In seinem Bestseller-Buch "Lernen wie ein Weltmeister" beschreibt der Weltmeister und renommierte Gedächtnistrainer Dr. Gunther Karsten neben erstaunlichen Lerntechniken wichtige Faktoren des Lernens, wie u.a. Motivation, Selbstüberzeugung, Zielsetzungsstrategien oder Konzentration. Er erklärt anschaulich, mit welch verblüffenden Techniken jedermann seine Lernfähigkeit gezielt verbessern und sein Gehirn zu enormen Leistungen anspornen kann. Für alle Lernbegierige von 10 - 100 Jahren!
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Geschrieben am Freitag, 28. Mai 2010
Interview mit Sperrwerferin Steffi Nerius – Weltmeisterin 2009 in Berlin
Sicher kennen Sie folgende oder ähnliche Aussagen von älteren Menschen - also Menschen über 30, vielleicht sogar von Ihnen selbst: "Ich bin zu alt. Ich habe die beste Zeit hinter mir. Mich weiterbilden lohnt sich nicht mehr. Wenn ich jetzt den Job verliere, bekomme ich eh keinen neuen mehr. Der Zug ist abgefahren." Sie lachen, dass ich 30 Jährige als alt bezeichne? Ich selbst bin ganz anderer Meinung. 30 ist überhaupt kein Alter, das ist jungfräulich. Doch hören Sie sich einmal in Ihrem Bekanntenkreis um. Da kommen Aussagen wie: "Ab 30 geht`s steil bergab." "Mit 30 hast du die beste Zeit hinter dir." Ab 30 gelten Sie im Tennisverein und in anderen Sportarten als Senior.
Hätte die inzwischen 37-Jährige Speerwerferin Steffi Nerius diese oder eine ähnliche Haltung an den Tag gelegt, als sie Anfang 2009 in ihre letzte Saison startete, wäre ihr mit 100%iger Sicherheit der größte Erfolg ihrer internationalen Karriere in Berlin verwehrt geblieben. Mit 37 Jahren sind über 90 Prozent der Spitzensportler bereits in "Sportlerrente". 16 Jahre nach ihrem WM-Debüt in Stuttgart 1993 schaffte Nerius jedoch die Sensation und verabschiedete sich als Weltmeisterin aus der Weltelite. Damit hat sie es jung und alt gezeigt, dass auch im "Alter" noch absolute Bestleistungen möglich sind. Lesen Sie hier das Interview mit der Lichtgestalt - der "Grande Dame" - des Sperrwurfs.
Bildnachweis Steffi Nerius: DKB - Deutsche Kreditbank AG
Matthias Herzog
Inwiefern profitierst du heute in anderen Bereichen von deinen Erfahrungen aus dem Sport? Wenn ja, wo?
Steffi Nerius
Ich profitiere von meinen Erfahrungen im täglichen Leben, sie helfen mir aber auch in meinen Beruf. Ich bin heute Trainerin im Behinderten-Spitzensport und gebe mein Wissen als Diplomsportlehrerin direkt an die Athleten weiter. Dabei hilft es natürlich enorm, wenn ich den Athleten von bestimmten Wettkampfsituationen berichten kann.
Matthias Herzog
Wie wichtig ist das private Umfeld für deinen Erfolg gewesen? Im Sport und auch heute?
Steffi Nerius
Ich denke, dass das private Umfeld die Basis für sportlichen Erfolg ist. Meine Eltern haben mich bei allen Schritten voll unterstützt und standen mir immer mit Rat und Tat zur Seite. Ich bin dann mit 19 Jahren von Rügen nach Leverkusen gewechselt und wurde hier super aufgenommen. In der Folge habe ich mir ein privates Umfeld gesucht, in dem ich mich immer sicher und wohl gefühlt habe. Heute ist neben dem Beruf das private Umfeld für mich wichtiger Ausgleich zum Alltag und erste Anlaufstelle bei Problemen und Schwierigkeiten.
Matthias Herzog
Welches sind deine drei wichtigsten Erfolgseigenschaften, die dich so erfolgreich gemacht haben?
Steffi Nerius
Disziplin, Kampfgeist, Zielstrebigkeit, aber auch die Fähigkeit aus Niederlagen etwas Positives zu ziehen und daraus zu lernen.
Matthias Herzog
Wie wichtig waren Disziplin und Ausdauer für deinen Sport?
Steffi Nerius
Sie waren entscheidende Faktoren für meinen Erfolg. Es ist von immenser Bedeutung für den maximalen sportlichen Erfolg, diszipliniert und fokussiert zu arbeiten und zu trainieren. Gerade nach Misserfolgen muss man die Ausdauer besitzen und am Ball bleiben.
Matthias Herzog
Mit welchem Ziel bist du "damals" in einen Wettkampf gegangen?
Steffi Nerius
Ich habe mir immer vorgenommen, meine beste Leistung im Wettkampf zu erzielen. Ich wollte immer soweit werfen wie möglich. Zudem hatte ich ein großes Ziel, einmal auf Platz 1 zu stehen und die Nationalhymne zu hören. Das habe ich zweimal geschafft.
Matthias Herzog
Welche Bedeutung hatte das mentale Training für dich? Welche inneren Bilder hast du dir gemacht?
Steffi Nerius
Ich habe 1999 begonnen mit einem Mentaltrainer zusammenzuarbeiten. 2000 konnte ich mit dem 4. Platz bei den Olympischen Spielen in Sydney dann meinen ersten internationalen Erfolg feiern. Ich bin mir sicher, dass viele Wettkämpfe "im Kopf" entschieden werden und die Psychologie eine wichtige Rolle spielt. Bilder habe ich mir dabei weniger gemacht, vielmehr habe ich meine gesamte Konzentration auf den Wettkampf fokussiert und sämtliche äußeren Faktoren ausgeblendet.
Matthias Herzog
Wie bist du mit hohen "Drucksituationen" umgegangen?
Steffi Nerius
Den Umgang mit hohen Drucksituationen mußte auch ich erst lernen. Ich habe immer versucht, den Druck von außen in positive Energie umzusetzen. Wenn man nur noch auf die Erwartungen und Vorstellungen von Außenstehenden achtet, dann frisst einen der Druck auf.
Matthias Herzog
Wie wichtig waren Vorbilder für deinen Erfolg?
Steffi Nerius
Vorbilder hatte ich nicht wirklich. Wichtiger waren für mich mein Trainer und meine Teamkollegen, mit denen ich im täglichen Training gearbeitet habe.
Matthias Herzog
Wie bist du mit Verletzungen umgegangen?
Steffi Nerius
Zu Beginn meiner Karriere haben mich Verletzungen immer stark aus der Bahn geworfen. Im Laufe der Zeit habe ich aber gelernt, damit umzugehen und zu erkennen, dass Verletzungen im Sport dazu gehören. Dennoch ist es schwer für einen Athleten, vor einem Wettkampf verletzt auszufallen, gerade in der Leichtathletik, wo Highlights wie z.B. Olympische Spiele nur alle vier Jahre stattfinden.
Matthias Herzog
Was empfiehlst du Menschen, die gerade eine Niederlage zu verkraften haben?
Steffi Nerius
In meinen Augen ist es wichtig, die Fähigkeit zu entwickeln, auch aus Niederlagen etwas herauszuziehen, sprich aus den Niederlagen zu lernen. Es ist wichtig seine Fähigkeiten und Leistungen bzw. Fehlleistungen richtig einschätzen zu können und mögliche Fehler zu bestimmen. Bei mir war es zu Beginn der Karriere so, dass ich bei den wichtigen Wettkämpfen meine Leistungen aus dem Training nicht abrufen konnte. Die Vorleistungen waren super, aber im Wettkampf klappte es dann nicht wie gewünscht und ich hatte meine Nerven nicht im Griff. Ich habe dann begonnen mit einem Mentaltrainer zusammen zu arbeiten.
Matthias Herzog
Sicher haben andere zu dir gesagt: "Komm Steffi. Du bist zu alt. Willst du dir das wirklich noch ein weiteres Jahr antun?" Wie hast du dich davon nicht beeinflussen lassen? Was hast du diesen Leuten gesagt?
Steffi Nerius
Mein ursprünglicher Plan war nach den Olympischen Spielen in Peking 2008 meine Karriere zu beenden. Als dann aber Ende 2004 die Leichtathletik-WM nach Berlin vergeben wurde, änderte ich meine Planungen. Zum Abschluss meiner Karriere eine Heim-WM, dass passte einfach perfekt und das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Die Mühe und das viele Training haben sich gelohnt.
Matthias Herzog
Welche Charaktereigenschaft war in deiner Karriere entscheidend dafür, dass du es immer wieder geschafft hast, auch nach längeren "Durststrecken" wieder Spitzenergebnisse zu erzielen?
Steffi Nerius
Ich habe seit 2004 bei allen großen Wettkämpfen, Peking 2008 einmal ausgeschlossen, immer eine Medaille für Deutschland gewonnen. So groß sind die Durststrecken also gar nicht. Nach Verletzungen oder Niederlagen habe ich aber immer gleich versucht, die Gründe dafür zu finden und an meinen Schwächen zu arbeiten.
Matthias Herzog
Was war aus deiner Sicht entscheidend mit verantwortlich dafür, dass du zum Ende deiner Karriere 2009 Weltmeisterin in Berlin wurdest?
Steffi Nerius
Die Taktik von meinem Trainer und mir ist voll aufgegangen. Wir haben die gesamte Konzentration auf den ersten Wurf des Wettkampfs gesetzt und das hat perfekt geklappt. Dass die Konkurrenz nicht mehr gekontert hat, war natürlich auch ein wenig Glück, da einige Werferinnen unter ihren Möglichkeiten geblieben sind.
Geschrieben am Dienstag, 09. März 2010
Interview mit Ex-FIFA Schiedsrichter Urs Meier
Ob als erfolgreicher Geschäftsmann, im Stadion vor über 60.000 Zuschauern, vor Millionen selbsternannter Experten an den Bildschirmen, als Berater der FIFA, der UEFA oder als Kommentator des ZDF - Urs Meier weiß, was es heißt, tagtäglich mit enormem Druck umzugehen. Zu den Besten der Welt gehörend, bewies er in fast 900 Profispielen als Unparteiischer, wie man komplexe Situationen analysiert und in Sekundenbruchteilen eine Entscheidung fällt. Gemeinsam mit Johannes B. Kerner und Jürgen Klopp moderierte er die WM 2006 und die EM 2008 im ZDF und erhielt 2006 dafür den Deutschen Fernsehpreis. Heute ist Urs Meier gefragter Vortragsredner u.a. zum Thema Entscheidungsfindung.
Matthias Herzog:
Was war deine Motivation, Schiedsrichter zu werden? Wolltest du bereits von Anfang an zu den besten Schiedsrichtern der Welt gehören?
Urs Meier:
Die Hauptmotivation, vielmehr mein Traum war, einmal im Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand auflaufen zu dürfen. Bei meinem ersten Schiedsrichterlehrgang 1977 hatte ich einen Fragebogen erhalten, in dem es hieß: "Was ist dein Ziel?" Da habe ich hingeschrieben: "An der Weltmeisterschaft 1998 als Schiedsrichter tätig sein." Das habe ich erreicht.
Matthias Herzog:
Was bezeichnest du als deinen größten Erfolg?
Urs Meier:
Acht Jahre in Folge durfte ich mindestens das Halbfinale der Champions League pfeifen. Ich schaffte es nicht nur auf den höchsten Berg zu kommen - also einer der besten Schiedsrichter Europas zu werden und in der Champions League tätig zu sein, sondern brachte diese konstant guten Leistungen über Jahre hinweg. Das war für mich das Größte.
Matthias Herzog:
Was war deine größte Niederlage als Schiedsrichter und wie bist du damit umgegangen?
Urs Meier:
Im Jahr 2000 bei der Europameisterschaft in Holland und Belgien wurde ich nach zwei sehr gut geleiteten Spielen von der Kommission nach Hause geschickt. Die Art und Weise, wie mit mir umgegangen wurde, war ein Tiefpunkt in meiner Karriere. Zu der Zeit war ich soweit, dass ich meine Karriere beenden wollte. Ein ehemaliger Superschiedsrichter aus der Kommission hat mich ermutigt, weiter zu machen. Er sagte mir: "Wenn du jetzt zurücktrittst, wem tust du damit einen Gefallen? Genau die Personen, die dich nach Hause geschickt haben, hätten doch die größte Freude daran, wenn du jetzt aufgibst. Willst du ihnen wirklich den Gefallen tun?" Darauf sagte ich: "Nein." Er darauf: "Dann pfeife weiter und du wirst sicher deine Spiele noch erhalten." In dem Moment war ich ganz unten, bin jedoch noch stärker als zuvor aus dieser Niederlage wieder aufgestanden.
Matthias Herzog:
Wie gehst du persönlich mit Fehlern um?
Urs Meier:
Ich habe in meiner Karriere viele Fehler gemacht, auch spielentscheidende Fehler. Wenn du eine Situation so gesehen und so entschieden hast und die Entscheidung war im Nachhinein falsch, dann ist es wichtig, dass du anschließend ehrlich zugibst, dass du falsch gelegen hast. Das habe ich immer getan.
Es gab einen Moment am Anfang meiner Karriere, wo ich schwach wurde. In der Schweiz pfiff ich ein Pokalspiel und gab auf Druck der Zuschauer fälschlicherweise einen Elfmeter. Das hat mich lange belastet. Das war ein entscheidender Moment in meiner Karriere, in dem ich mir gesagt habe: "Das will ich nie mehr erleben. Ich war schwach und habe dem Druck nicht standgehalten." Doch hat mir dieses Erlebnis den richtigen Weg für meine Karriere gewiesen.
Ich habe in meiner weiteren Karriere immer die Ehrlichkeit gehabt. Deshalb konnte ich mit Fehlern gut umgehen und sie schnell abhaken. Ich habe mich gefragt: "Warum hast du diesen Fehler gemacht? Was hättest du besser machen können? Hättest du besser stehen können? War deine Optik nicht gut oder deine Kondition? Was war dafür verantwortlich?" Mir war immer wichtig, dass ich einen Fehler so kein zweites Mal mache.
Matthias Herzog:
Wie hast du gelernt, konsequent Entscheidungen zu treffen und dazu zu stehen - innerhalb von Sekundenbruchteilen?
Urs Meier:
Als Schiedsrichter habe ich es vor allem auf dem Platz gelernt, konsequent Entscheidungen zu treffen. "Learning by doing" ist ganz wichtig. Je mehr ich es gemacht habe, desto einfacher wurde es. Das Zusammenspiel von Wissen, Erfahrung, Gefühl und Mut sind wichtig. Und vor allem nicht immer über alles nachzudenken. Man muss nicht immer zuerst den Kopf einschalten, um eine Entscheidung zu treffen. Ein spanischer UEFA-Beobachter sagte zu mir: "Dein Vorteil, warum du so gut pfeifst, ist, dass du nicht überlegst." Das stimmt tatsächlich. Ich habe nie überlegt, was meine Entscheidung mit sich bringt nach dem Motto: "Ist der Spieler für das nächste Spiel gesperrt, wenn ich ihn verwarne?" Ich habe entschieden, dass es ein grobes Foul war und dass er somit eine gelbe Karte verdient. Wenn du dir sagst: "Soll ich wirklich?", ist es bereits zu spät. Du musst in dem Moment sofort entscheiden.
Matthias Herzog:
Welchen Tipp hast du für die Leser? Entscheidungen nach dem Verstand oder aus dem Bauch heraus treffen, also dem Gefühl vertrauen?
Urs Meier:
Bei den meisten Entscheidungen sind Bauchentscheidungen besser. Wenn du den Kopf einschaltest, lange bewertest, kommst du irgendwann auf die Entscheidung zurück, die du aus dem Bauch heraus auch getroffen hättest.
Matthias Herzog:
Wie wichtig ist Fairplay im Fußball und im Leben?
Urs Meier:
Fairplay ist sehr wichtig. Das gehört dazu. Im Fußball ist es klar: Du hast zwei Mannschaften, die wollen beide gewinnen - mit allen Mitteln. Die wollen die Regeln gerne ausschöpfen - ggf. sogar über diese Linie bzw. Grenze hinausgehen. Da gibt es einen Schiedsrichter, der sagt, wo es langgeht. Das ist zu respektieren. Ist das nicht der Fall, muss der Schiedsrichter entsprechend handeln und eingreifen. Da unterscheiden sich die wirklichen Stars, die Topmannschaften von den weniger guten. Die Topmannschaften wissen, wo diese Linien durchgehen. Die haben einen höheren Respekt gegenüber dem Schiedsrichter. Respekt ist die Grundlage für eine erfolgreiche und langfristige Zusammenarbeit. Ob das in der Partnerschaft ist oder im Geschäftsleben. Wenn man langfristig Erfolg haben will, gehört der Respekt langfristig dazu. Wenn man nicht respektvoll miteinander umgeht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es auseinander geht.
Matthias Herzog:
Wie hast du faires Verhalten gefördert?
Urs Meier:
Faires Verhalten habe ich gefördert, indem ich u.a. versucht habe, faire Spieler zu loben und mit unfairen Spielern präventiv zu kommunizieren. Nach dem Motto: "Hier ist bei mir die Linie/Grenze. Gehe einfach nicht darüber." Das muss klar sein. Das ist ganz wichtig. Das erlebt man auch mit Kindern. Je klarer man ihnen aufzeigt, wo die Linie ist, desto einfacher geht es. Wenn du selbst nicht weißt, wo die Linie ist, wie soll dann dein Gegenüber das wissen? Wie soll der respektvoll damit umgehen? Diese Klarheit war mir wichtig: "Wo geht die Trennlinie durch? Wo ist die Grenze?"
Matthias Herzog:
Wer wird Fußballweltmeisterschaft 2010?
Urs Meier:
Die Mannschaft, die die Schweiz im Finale schlägt. ;-) Ich habe mich noch nicht richtig festgelegt. Favoriten sind für mich die Spanier. Vor vier Jahren habe ich vor der WM ganz klar Italien gesagt, die es ja auch wurden.
Mehr zu Urs Meier finden Sie hier.
Buchempfehlung: Du bist die Entscheidung
Urs Meier weiß, was es heißt, unter großem Druck schnelle Entscheidungen treffen zu müssen: Ein Schiedsrichter muss in Sekundenbruchteilen entscheiden, wie er eine Situation interpretiert: Foul oder nicht Foul, Tor oder nicht Tor, Elfmeter oder Schwalbe? Er kann sich nicht vor einer Entscheidung drücken. Er muss die Verantwortung übernehmen, muss schnell und entschlossen handeln, sprich pfeifen und entscheiden.
Die Notwendigkeit von Entscheidungen gibt es nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch tagtäglich zu Hause, im Büro und in vielen anderen Situationen. Durchschnittlich 10.000 spontane Entscheidungen treffen wir täglich. Das reicht von den ganz kleinen, unbewussten Beschlüssen (Marmelade oder Wurst aufs Brot?) über die anspruchsvolleren (bitte ich den Chef heute um eine Gehaltserhöhung?) bis hin zu sehr bedeutenden Entscheidungen (etwa die Trennung von der Familie oder Mitarbeiterentlassungen).
Legen Sie die verbreitete Scheu vor Entscheidungen ab und übernehmen Sie die volle Verantwortung für sich selbst. In diesem Buch erhalten Sie wertvolle Tipps mit vielen Beispielen vom Fußballplatz, die sich auf das "normale" Leben übertragen lassen. Daneben auch mit vielen Gedanken und Erfahrungen, die Urs Meier als Unternehmer mit eigener Firma, als Privatmensch und Vater gesammelt hat.
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Geschrieben am Dienstag, 15. Dezember 2009
Interview mit Tino Fechner zum Thema „Spitzenleistungs-TEAM“
Tino Fechner ist Trainer, Coach, Fit-Macher, Ehemann, Familienvater und Fußballtrainer in der Junioren Bundesliga. Er steht für Energie, Motivation, Spaß, Begeisterung und Top-Qualität. Als Erfolgstrainer arbeitet er im Sport und Business und lebt authentisch sein Motto: "Erfolge dich selbst".
Als Coach unterstützt er Menschen, sich ebenfalls selbst zu erfolgen. Tino Fechner macht den Tag zum Erlebnis. Mit seiner natürlichen, motivierenden Art und seiner Kompetenz begeistert er seit Jahren, u.a. Deutsche Meister, Champions-League-Sieger und Europameister. Tino zum Thema "Spitzenleistungs-TEAM".
Matthias Herzog:
Wie definierst du den Begriff "TEAM"?
Tino Fechner:
Ganz einfach: K3 (meine ganz persönliche Abkürzung) Kontakt, Kooperation, Kommunikation. Eine Gruppe von aktiven Menschen bringt all ihre Persönlichkeiten und Kompetenzen zur Erreichung eines gemeinsamen Ziels zusammen. Aus meiner Sicht ist es das für jeden attraktive (lohnenswerte) Ziel, das eine Gruppe zum Team werden lässt.
Matthias Herzog:
Was macht aus deiner Sicht ein Spitzenleistungs-TEAM aus?
Tino Fechner:
Um mit der Frage zu antworten: Es werden Spitzenleistungen erreicht, die dem maximalen Leistungsvermögen des Teams entsprechen. Um das zu erreichen, sind natürlich viele Faktoren notwendig. Zum einen eine von allen akzeptierte Rollenverteilung. Darüber hinaus eine Führung, die die drei zentralen Kompetenzen zur Teamführung lebt: Sozial-, Fach- und Methodenkompetenz. Und ganz wichtig: alle Teammitglieder sollten das Gesamtinteresse höher gewichten als ihre individuellen Interessen.
Matthias Herzog:
Was können Unternehmer vom Teamsport lernen, um eine Gruppe von Mitarbeitern zu einem Spitzenleistungs-Team zu formen?
Tino Fechner:
Oh, dies ist so pauschal kaum zu beantworten. Ich denke, dass die totale Identifikation aller Teammitglieder ein Schlüssel für Spitzenleistungen ist. Im Sport ebenso wie im Business. Dazu zählt, dass die Aufgabe anspruchsvoll ist und die Menschen Anerkennung und Wertschätzung für ihren Einsatz durch die Führung erhalten. Mitarbeiter sind für ein lohnenswertes Ziel eher bereit Spitzenleistung zu geben, als wenn sie z.B. aus Angst vor Tadel, Willkür oder dem Verlust ihres Arbeitsplatzes nur mit den Mitteln der Macht geführt werden. Meine Erfahrungen in Unternehmen haben gezeigt, dass es sehr leider wenig gute und gleichzeitig erfolgreiche Führungskräfte gibt. Menschen zu führen ist eine Kunst, die nur wenige beherrschen. Sie ist jedoch erlernbar.
Matthias Herzog:
Was sind aus deiner Sicht die drei entscheidenden Erfolgsfaktoren, die dich so erfolgreich machen?
Tino Fechner:
Bin ich erfolgreich? (Lacht!) Erfolg ist relativ, weil jeder Erfolg nach seinem eigenen Wertesystem definieren sollte. Wenn man es so sieht, dann bin ich ein erfolgreicher Mensch, weil ich mein Leben selbst gestalte. Ich kann bestimmen, was ich mache und wann ich es mache. Das bedeutet für mich Erfolg: Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. Ich bin ein schwungvoller Typ, suche spannende Herausforderungen, orientiere mich dabei nicht am Durchschnitt und suche die helfende Hand zuerst am Ende meiner eigenen Arme. Niederlagen gehören bei all dem dazu und ich "hasse" sie. Ich ziehe jedoch meine bestmöglichen Schlüsse daraus, um beim nächsten Mal noch besser zu sein.
Matthias Herzog:
Du hast eine Seminarreihe für Lizenz-Trainer im Fußball ins Leben gerufen. Was ist das Besondere daran? Können auch Trainer anderer Sportarten daran teilnehmen?
Tino Fechner:
Die Seminarreihe TrainTheTrainer ist aus Erfahrungen meiner Referententätigkeit beim Niedersächsischen Fußballverband und für den DFB entstanden. Das Interesse von Trainern für Themen wie Teamentwicklung, Motivation, Kommunikation, Persönlichkeitsentwicklung oder Mentaltraining sind sehr groß. Leider kommen diese Themen in der klassischen Trainerausbildung oft zu kurz. Also gibt es einen Markt und jetzt gibt es ein Angebot in Form von Tagesseminaren zu diesen Themen. Teilnehmen können nicht nur Fußball-Trainer mit einer DFB- Lizenz, sondern auch Trainer ohne Lizenz oder Trainerinnen und Trainer aus anderen Sportarten.
Matthias Herzog:
Wie lautet dein Lebensmotto?
Tino Fechner:
Da möchte ich gern mit einem Zitat von Emil Oesch antworten, weil es nach meiner Meinung sehr treffend aussagt, um was es in allen Bereichen unseres Lebens geht. In der Liebe, im Beruf, im Sport, einfach überall. Wir müssen dafür selbst etwas tun! Also, erfolge dich selbst!
"Zum Erfolg gibt es keinen Lift. Man muss die Treppe benutzen." (Emil Oesch)
Mehr zu Tino Fechner unter www.lernen-mit-begeisterung.de
Geschrieben am Dienstag, 24. November 2009
Interview mit Boris Nikolai Konrad
Schon als Abiturient interessierte sich Boris Nikolai Konrad für Lerntechniken und Gedächtnistraining. Seine Begeisterung für das spannende Thema ging rasch über den Bedarf für Schule und Universität hinaus. Parallel dazu studierte Boris Nikolai Konrad erfolgreich die Diplomstudiengänge Physik und Angewandte Informatik mit den Nebenfächern Mathematik und Betriebswirtschaftslehre. Bei der Gedächtnissport Weltmeisterschaft 2008 in Bahrain wurde er Mannschaftsweltmeister und Weltmeister im Namen und Wörter merken. Gleich zwei neue Weltrekorde stellte er bei den Deutschen Gedächtnismeisterschaften 2009 auf: 280 Wörter sowie 195 Namen und Gesichter in jeweils 15 Minuten - das schafft sonst niemand! Ein Millionenpublikum faszinierten seine enormen Fähigkeiten bereits zwei Mal bei Thomas Gottschalks „Wetten, dass…“.
Bei der Gedächtnissport Weltmeisterschaft in London gewann Boris diesen Monat fünf Medaillen.
Matthias Herzog:
Inwieweit warst du bereits als Schüler ein „Überflieger“?
Boris Nikolai Konrad:
Ich war ein guter Schüler, gehörte jedoch nie zu den Besten. Richtung 10., 11. Klasse hatte ich einen zweier Schnitt. Zum Abitur habe ich mich dann auf einen Abschluss von 1,7 gesteigert. Von den 70 Mitabiturienten hatten jedoch mindestens sechs noch ein besseres Abi als ich. Gedächtnistechniken habe ich da noch nicht gezielt angewandt. Der Grund für das bessere Abi war hauptsächlich der Fleiß. Einzig zum Lernen von ein paar Geschichtsdaten fürs Abitur hatte ich eine Gedächtnistechnik ausprobiert, die mir ein bisschen geholfen hatte.
Matthias Herzog:
Wie bist du darauf gekommen, dich gezielt mit Gedächtnistraining zu beschäftigen?
Boris Nikolai Konrad:
Ich hatte im Januar 2002 die RTL Grips Show mit Günther Jauch gesehen, in der Dr. Gunther Karsten (bis heute 8-facher Deutscher Gedächtnismeister, Gedächtnisweltmeister 2007) Verona Feldbusch trainiert hatte. Sie konnte sich damals bereits nach kurzem Training 17 von 20 Begriffen in der richtigen Reihenfolge merken und wiedergeben. Danach hatte ich mich kurz mit dem Thema Gedächtnistraining beschäftigt, hatte es jedoch zunächst schnell wieder gelassen. 2003 gab es dann noch eine neue Folge von der Sendung, knapp vier Wochen vor meinem schriftlichen Abitur. Nach der Sendung bestellte ich mir direkt mehrere Bücher. Richtig angefangen, mich intensiv damit zu beschäftigen, habe ich in der Phase zwischen Abitur und Beginn meines Studiums. Ziemlich schnell habe ich auch an Wettkämpfen teilgenommen. Somit hatte ich eine hohe Motivation in Form eines Ziels, mich auch intensiver mit Gedächtnistraining zu beschäftigen und weiter zu trainieren. 2003 habe ich gleich an meinen ersten deutschen Gedächtnismeisterschaften teilgenommen und 2004 war ich das erste Mal bei „Wetten, dass…?“ mit einer Wette, in der es darum ging, mir 50 Essensbestellungen einzuprägen.
Matthias Herzog:
Was sind aus deiner Sicht die entscheidenden Erfolgsfaktoren, die dich so erfolgreich machen?
Boris Nikolai Konrad:
- Regelmäßiges Training Der erste entscheidende Erfolgsfaktor ist aus meiner Sicht das „regelmäßige Training“. Klingt zwar banal, aber das ist einfach so. Ohne geht es nicht. Allein dadurch lässt sich bereits sehr viel erreichen.
- Neues ausprobieren Der zweite Erfolgsfaktor ist für mich die Lust, „Neues auszuprobieren“. Ich probiere immer wieder neue Techniken aus, auch wenn sie im ersten Moment etwas komisch klingen. Dadurch bin ich überhaupt zum Gedächtnissport gekommen.
- Austausch mit anderen - Networking Der dritte Erfolgsfaktor ist für mich, mich mit anderen „auszutauschen“. Es ist für mich ganz normal, anderen zu erzählen, wie ich mir die Dinge merke, auch in den Disziplinen, in denen ich besser bin als die anderen. Dafür bekomme ich auch wiederum Tipps von den anderen Teilnehmern. Selbst wenn es Tipps von Teilnehmern sind, die in Einzeldisziplinen viel weiter hinten liegen, haben die in Einzeldisziplinen oft gute Ideen. Die Tipps probiere ich aus und schaue, inwieweit sie mir helfen.
- Spaß Nur dadurch, dass ich wirklich „Spaß“ am Gedächtnistraining habe, konnte ich so gut werden. Und nur deshalb bin ich auch heute noch dabei. Es macht mir einfach Spaß, immer besser zu werden, neue Dinge auszuprobieren und mich mit anderen im Wettkampf zu messen. Und ich merke vor allem, dass ich auch im Alltag vom Gedächtnistraining profitiere. Z.B., indem ich mir die Namen anderer Menschen besser merken kann und neue Informationen aus Büchern, Zeitschriften usw. schneller aufnehme, verstehe und mir besser merke.
Matthias Herzog:
Wie bereitest du dich auf einen Wettkampf vor?
Boris Nikolai Konrad:
Direkt vor der DM und WM trainiere ich die letzten vier bis sechs Wochen täglich mindestens 30 Minuten und zweimal die Woche bis zu zwei Stunden. Das Schöne am Gedächtnistraining ist, dass wir schnell Verbesserungen erzielen und das Niveau auch lange halten, wenn wir nur regelmäßig ein bisschen weiter trainieren. Da reichen bereits wenige Minuten – entscheidend ist die Regelmäßigkeit. Das eigentliche Training sieht so aus, dass ich die einzelnen Disziplinen übe, meist am PC. Dadurch übe ich automatisch die Gedächtnistechniken wieder mit ein. Das sind etwa 80% meines Trainings. Das mache ich oft auch einfach mal zwischendurch. Auch in meinen Vorträgen habe ich immer wieder gute Trainingsmöglichkeiten, da ich es dort anderen erzähle, wie es geht, mit Beispielen arbeite, auf Fragen antworte. Das übt auch. Ca. 10% der Zeit verbringe ich gezielt damit, meine Bilderrouten immer wieder durchzugehen, sie zu wiederholen. Im Training gucke ich, ob ich meine Routenpunkte visuell immer noch stark genug sehe oder ob vielleicht einige Routenpunkte zu ähnlich sind. Ist das der Fall, verfeinere ich meine Routen und tausche Routenpunkte aus, um mir zukünftig Informationen, die ich mir merken will, dort besser ablegen zu können. Das mache ich auch oft, wenn ich Auto fahre oder wenn ich Wartezeiten zu überbrücken habe. Die letzten 10 % meiner Trainingszeit verbringe ich mit ausprobieren, indem ich mir sage „Diese Disziplin mache ich jetzt einmal anders als sonst.“
Matthias Herzog:
Wie überwindest du deinen inneren Schweinehund?
Boris Nikolai Konrad:
Dadurch, dass ich immer wieder neue Dinge ausprobiere und Abwechslung in mein Training bringe, gestalte ich das Training spannend und der Schweinehund spielt mit. Das erleichtert es mir ungemein, mich zu motivieren. Wenn ich das Training variiere, weiß ich im Vorwege noch nicht, wie es laufen wird. So ist es spannend zu sehen, wie es klappt.
Matthias Herzog:
Mit welcher Zielsetzung warst du dieses Jahr in die DM gegangen?
Boris Nikolai Konrad:
Bei der diesjährigen DM wollte ich mindestens 6.000 Punkte erreichen, dazu mindestens einen Weltrekord in einer Einzeldisziplin aufstellen und eine Top 3 Platzierung erreichen. Da ich dieses Jahr nicht die Zeit hatte, mich so intensiv wie sonst auf die DM vorzubereiten, hatte ich mir niedrigere Ziele gesetzt. Im Vorwege eines Wettkampfs erstelle ich mir immer eine Übersicht, in der ich mir für die einzelnen Disziplinen Teilziele setze – also mir aufschreibe, welches Ergebnis ich jeweils erreichen möchte. Dabei unterscheide ich zwischen Minimalzielen und Optimalzielen, die ich mir setze – also eine Mindestpunktzahl, die ich auf jeden Fall in der jeweiligen Disziplin erreichen will und eine Optimalpunktzahl, die realistisch ist, wenn alles gut läuft.
Matthias Herzog:
Wie steckst du Rückschläge im Wettkampf weg?
Boris Nikolai Konrad:
Wenn eine Disziplin danebengeht, bin ich im ersten Moment schon stinkig. Um den Ärger loszuwerden, trinke ich Wasser, bevor die nächste Disziplin startet. Dabei stelle ich mir vor, dass das Wasser wie ein Wasserfall meinen Ärger über den misslungenen Versuch wegspült. Wenn es die Zeit erlaubt, lasse ich mir in einzelnen Disziplinen nach der Auswertung das Ergebnis zeigen, um zu sehen, wo mir der Fehler unterlaufen ist. So weiß ich anschließend, wo der Fehler lag und wo ich mich noch verbessern kann.
Matthias Herzog:
Wie hast du es im Sommer geschafft, deinen Studienendspurt mit Diplomarbeit und die Vorbereitung auf die deutsche Meisterschaft unter einen Hut zu bringen?
Boris Nikolai Konrad:
Während der Doppelbelastung – Diplomarbeit schreiben und Vorbereitung auf die deutschen Meisterschaften - habe ich meine Prioritäten klar auf meinen Studienabschluss gelegt. Der Abschluss stand für mich klar im Vordergrund. Nachdem ich mich den ganzen Tag mit meiner Diplomarbeit beschäftigt hatte, habe ich abends noch eine Stunde für die Gedächtnismeisterschaft trainiert. Ich sah das nicht als zusätzliche Belastung, sondern freute mich darauf, mich mit Gedächtnistraining ablenken zu können. Ich fand das sogar eher entspannend als zusätzlich belastend. Im Training habe ich mich gezielt auf meine starken Disziplinen konzentriert, um da auch wirklich meine Topleistung abrufen zu können. Bei den anderen Disziplinen wusste ich, dass ich die Mindestpunktzahlen erreichen kann, die ich mir vorgenommen hatte.
Matthias Herzog:
Wie lief die WM am vergangenen Wochenende in London?
Boris Nikolai Konrad:
Mit meinem Abschneiden bei der WM bin ich sehr zufrieden. Die Konkurrenz war enorm gut – China holt immer weiter auf - und ich konnte dennoch in fast allen Disziplinen nah an meine Bestleistungen herankommen. Am Ende sprang ein Vizeweltmeistertitel im „Namen und Gesichter merken“ heraus und vier weitere dritte Plätze. Damit war ich in fünf von zehn Disziplinen unter den Top 3.
Matthias Herzog:
Wie lautet dein Lebensmotto?
Boris Nikolai Konrad:
„Nur, was du versuchst, kann auch klappen!“ Vielen Dank für das interessante Gespräch, Boris. Viel Erfolg bei deinen nächsten Vorträgen und beim Start deiner Doktorandenstelle. Mehr zu Boris Nikolai Konrad unter www.boriskonrad.de.
